Musik

Charts KW 26: Gipfelsturm von Nightwish und Nuclear Blast

17.06.2004 16:32 • von Daniela Gutfleisch

Die finnische Band Nightwish erobert mit ihrem Album Once" aus dem Stand die Spitzenposition in den deutschen Longplay-Charts - und stellt damit zugleich eine neue Bestmarke für ihr Label Nuclear Blast auf. President Markus Staiger frohlockt: "Wir freuen uns und sind stolz, nach 16 Jahren und 100 Charts-Platzierungen nun die deutschen Album-Charts mit einem herausragenden Album anzuführen." Die Metal-Spezialisten aus dem schwäbischen Donzdorf feierten ihren bislang größten Erfolg 2002 mit dem Album Warriors Of The World" von Manowar, das auf Platz zwei kam. Ein Verkaufsrenner war auch bereits das noch bei Drakkar erschienene letzte Nightwish-Album, Century Child", das 2002 Platz fünf in den Top 100 Longplay erreichte und in Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammen 100.000 zahlende Fans beglückte. Das neue Album, das Metal mit Gothic-Rock, Pop und bombastischen symphonischen Klängen verknüpft, verkauft sich auch international wie geschnitten Brot. So führt "Once" in Norwegen die Hitliste an, belegt jeweils Rang vier in Österreich und der Schweiz sowie Platz elf in den Niederlanden. Die Single-Auskopplung Nemo" zirkuliert auf Rang neun weiter in den deutschen Top Ten und hat in der Bundesrepublik auch schon 100.000 Abnehmer gefunden.

Das Interesse am Album schürten im Vorfeld unter anderem Fernsehspots und Trailer auf ProSieben, Sat 1, Kabel 1, RTL II, MTV, Viva, Viva Plus und Onyx, bundesweite Kinowerbung, Radiospots, Club- und Flyerpromotion, E-Mails an 50.000 Musikfans und SMS-Promotion. In Musikmagazinen wie "Zillo", "Metal Heart", "Hammer", "Orkus", "Rock Hard" "Heavy" und "Sonic Seducer" erschienen Titelstories und Anzeigen. "Wir haben uns für die nächsten Wochen und Monate noch viel vorgenommen für Nightwish, um nun auch die ersten Goldauszeichnungen außerhalb des Heimatlandes der Band ergattern zu können", bekräftigt Markus Staiger. So stehen die Vorbereitungen für eine Tour im Herbst sowie für die nächste Single-Auskopplung, "Wish I Had An Angel", an, die im September erscheinen soll.

Ihr Album heißt zwar Traces Of Sadness" - doch zum Traurigsein besteht für Vanilla Ninja kein Anlass. Die CD der Girl-Band aus Estland katapultiert sich nämlich in den deutschen Charts ohne Anlauf auf Platz drei. Maßgeblichen Anteil daran hat ihr Produzent David Brandes, der bereits mit Bad Boys Blue und E-Rotic deutliche Spuren in der deutschen Charts-Geschichte hinterließ. In ihrem Heimatland sind die vier adretten Musikerinnen übrigens so populär, dass man schon eine Speiseeissorte nach Vanilla Ninja benannte. Direkt auf Rang sieben platziert sich die neue "Supergroup" des Rock, Velvet Revolver, mit ihrem Debütalbum Contraband". Vor allem die seit vielen Jahren auf ein neues Werk ihrer Lieblingsband wartenden Fans von Guns N' Roses dürften das Album mit Kusshand erworben haben. Schließlich sind mit Slash, Matt Sorum und Duff McKagan gleich drei frühere Mitstreiter von Axl Rose bei Velvet Revolver dabei. Einen neuerlichen erstaunlichen Charts-Erfolg für Universal Classics & Jazz landet Trompeter Till Brönner, der mit seinem Jazz-Soul-Bossa-Nova-Konglomerat That Summer" auf 17 debütiert.

Rund acht Mio. Musikfans weltweit erwarben bislang das Album Feels Like Home" von Norah Jones, das sich seit 18 Wochen in den deutschen Charts hält (diese Woche auf 15). Seit stattlichen 103 Wochen ist hier ihr global 18,5 Mio. Mal verkauftes Debüt Come Away With Me" notiert (auf 46). Entsprechend feiert Capitol/EMI die Sängerin, Songschreiberin und Pianistin als "derzeit erfolgreichste internationale Künstlerin in Deutschland". Ein absolutes Novum in den deutschen Singles-Charts stellt die Konstellation dar, dass mit "Dragostea Din Tei" ein Song in rumänischer Sprache in zwei verschiedenen Versionen die beiden ersten Plätze einnimmt. Das Original des Trios O-Zone verteidigt die Führung, während die Sängerin Haiducii in der zehnten Woche auf den Silberrang vorstößt. Mit seinem Hit F**k It (I Don't Want You Back)", der sich diese Woche auf Rang drei platziert, hat Eamon eine ganze Welle ins Rollen gebracht. Neu auf acht platziert sich nun auch in Deutschland der Konter auf den Song von seiner Ex-Freundin Frankee, F (siehe Hitbeat Heft 22/04). Florida Inc. rangiert mit der Dance-Version von Eamons Abrechnung mit seiner Verflossenen auf Rang 35 der Singles-Hitliste. Mit diesem Beziehungskram hat der türkische Rapper Melendiz indes nichts am Hut und bringt mit Fuck You All!" auf Rang 38 als einziger das F-Wort ohne Umschweife und voll ausgeschrieben auf dem Cover in die Charts.