Musik

Velvet Revolver - Uncool gegen den Strom

11.06.2004 16:42 • von Daniela Gutfleisch

Ihr Debüt heißt Contraband" (RCA/BMG Ariola München/ BMG) und lässt die alten Glanzzeiten aufleben. Das Rezept, mit dem die Musiker von Velvet Revolver an die Erfolge ihrer früheren Bands anknüpfen wollen, könnte simpler kaum sein. "Im Mittelpunkt steht der gute alte Geist des Rock'n'Roll", sagt Slash, der Leadgitarrist. Und etwas konkreter: "Wir wollen den Geist von Titten, Bars und einem geilen Abend wiederbeleben." Das gelingt der Gruppe auf "Contraband" ohne Probleme, denn Velvet Revolver ist gewissermaßen die Fusion vom Hardrock der Achtziger mit dem Alternative-Rock der frühen Neunziger. "Wir schwimmen mit unseren Songs extrem gegen den Strom. Wir sind keine 20, wir haben keine lustigen bunten Micky-Maus-Shirts an. Guns N'Roses waren damals die reine Rebellion. Und jetzt rebellieren wir eben noch einmal."

Dabei sei es gerade die bewusste Uncoolness der neuen Gruppe, so Slash, die den gewissen Reiz ausmache. "Ich bin mir sicher, die Kids werden das aufregend finden, was wir machen. Unser Sound erinnert an Guns N'Roses, er erinnert an die Stone Temple Pilots, aber wir machen mehr als nur einen Abklatsch. Und die heutigen Teenies kennen unsere früheren Bands vielleicht gar nicht. Die werden meine Gitarrenriffs und Scotts Gesang lieben. Die Kids haben keine richtigen Rockbands mehr, die sie bewundern können." Vor allem aber dürften die vorwiegend lauten, harten und schnellen Stücke - Balladen fehlen auf "Contraband" weitgehend - die Klientel ansprechen, die sich seit Jahren nach dem unverkennbaren Gitarrenspiel von Slash und der Stimme von Scott Weiland sehnt.

Der Plan zur Gründung der Gruppe entstand ausgerechnet auf einer Beerdigung. "Ich redete dort mit Matt Sorum und wir fanden, dass wie mal wieder was machen sollten. Also riefen wir Duff an, der zu der Zeit gerade seinen Abschluss in Wirtschaft an der Uni machte, und wir schrieben ein paar Songs und hatten Spaß." Bloß einen Sänger hatten sie noch nicht. Auch keine Plattenfirma und keinen Namen. Als Slash und Kollegen dann den Deal mit BMG abschlossen, gab es das Angebot, einen Song für den Soundtrack zu The Hulk" beizusteuern. "200 Sänger pro Woche haben wir uns angehört, ohne den Richtigen zu finden. Das war die Arme-Leute-Version von,American Idol'. Einen charismatischen Rocksänger wollten wir haben. Irgendwann kamen wir auf Scott Weiland, dann brachen die Stone Temple Pilots auseinander. Schließlich riefen wir ihn an, spielten ein Konzert zusammen - und wir waren Velvet Revolver."