Musik

Anastacia lässt sich nicht entthronen

21.05.2004 14:45 • von

Anastacia hält mit ihrem gleichnamigen Album seit sieben Wochen die Spitzenposition in der deutschen Longplay-Hitliste. Damit ist das Album der langlebigste Titel auf dem Charts-Gipfel, seit Herbert Grönemeyers Mensch" im Herbst 2002 neun Wochen ohne Unterbrechung auf eins stand. Anastacias Longplayer hat für mehr als 400.000 verkaufte Einheiten bereits Doppel-Platin sicher. Goldstatus hat derweil ihre aktuelle Single, Left Outside Alone", inne, die in dieser Woche auf Position elf rangiert und weiter die Airplay-Charts beherrscht. Die zweite Auskopplung, "Sick And Tired", wird im Juli erscheinen. Am 30. September startet Anastacia in Frankfurt dann ihre Deutschland-Tournee mit acht Konzerten, die schon jetzt nahezu ausverkauft sind.

Britney Spears bleibt eine Hitlieferantin par excellence in den deutschen Singles-Charts. Nach Start ihrer Tour durch Deutschland entert sie mit Everytime" die Top 100 auf Platz vier. Der Titel ist damit höchster Neueinsteiger und für die Pop-Prinzessin bereits der fünfzehnte Single-Hit in gut fünf Jahren. Alle platzierten sich unter den Top 20, dreizehn davon gar in den Top Ten. Ihr Debüt "... Baby One More Time" landete 1999 gleich auf der Pole Position. Ihren zweiten und bislang letzten Spitzenreiter verbuchte sie 2000 mit der Maxi "Lucky". Weitere Podestplätze errang die Amerikanerin mit den Songs "Born To Make You Happy" (1999) sowie 2001 mit "I'm A Slave For You", die jeweils Rang drei erreichten. Mit "Everytime" egalisiert sie die höchste Platzierung ihrer ers-ten Charts-Single in diesem Jahr, Toxic".

Einziger neuer Titel bei den Alben in den Top Ten ist Mario Winans, der mit dem gepflegten R&B von Hurt No More" auf Rang sechs Einzug in die Hitliste hält. Noch erfolgreicher bleibt die Single-Auskopplung I Don't Wanna Know" mit den Gaststars Enya und P. Diddy, die Position zwei verteidigt.

Über zwei Neueinsteiger in den Top 100 Longplay kann sich das Team von Universal Classics & Jazz freuen. Auf Platz 50 debütiert der Filmmusik-Soundtrack zum Kinofilm über den Vampirjäger Van Helsing", den Alan Silvestri komponierte. Auf Rang 83 findet sich The Woman - The Voice", die erste DVD mit Anna Netrebko. Der neue Stern am Opernhimmel erobert damit die Führung in den Musik-DVD-Charts.

Max verharrt mit Can't Wait Until Tonight" auf Rang acht der deutschen Singles-Charts - und damit auf eben der Position, die Mister Mutzke beim Eurovision Song Contest in Istanbul erreichte. Ironie des Schicksals.

Aus Verlagssicht hat nun bereits seit 13 Wochen EMI Music Publishing die Nase vorn. Weit über ein Drittel der Titel in den Singles-Charts dieser Woche sind bei EMI ganz oder teilweise verlegt, darunter Top-Ten-Hits wie "I Don't Wanna Know" von Mario Winans feat. Enya & P.Diddy, My Band" von D12 oder Anastacias "Left Outside Alone". Auch in der seit Jahresbeginn kumulierten Auswertung liegt EMI mit einem Anteil von 32,69 Prozent deutlich vorn, auf den Plätzen folgen Warner/Chappell mit 18,45, BMG UFA mit 10,14 und Sony/ATV mit 5,81 Prozent. Wie deutlich EMI das Ergebnis steigern konnte, belegt ein Blick auf die Verlagsauswertung der Vergleichswoche 2003: Damals führte Warner/Chappell mit klaren 30,19 Prozent das Feld an, EMI folgte mit 19,53 und BMG UFA mit 16,72 Prozent.

In den USA kickt Usher sich selbst vom Thron der Singles-Charts. Nachdem er zwölf Wochen lang mit Yeah" die Führung innehatte (diese Woche auf drei), setzt der R&B-Star nun mit "Burn" nahtlos seine Regentschaft in den Hot 100 fort. Usher ist damit erst der achte Act in der Charts-Historie der USA, dem ein solcher Coup gelingt. Vorher schafften dies nur Elvis Presley, die Beatles, Boyz II Men, P. Diddy, Ja Rule, Nelly und zuletzt zu Beginn dieses Jahres OutKast. Usher hat derzeit mit Confessions" noch ein drittes Eisen im Feuer - mit aufsteigender Tendenz. Der Titel verbessert sich aktuell von 17 auf 14.

Eine Wachablösung der ganz besonderen Art vollzieht sich momentan auch in der britischen Singles-Hitliste. Auf Eamons unmissverständliches Bekenntnis F**k It (I Don't Want You Back)" folgt nun die Replik "F.U.R.B. (F.U. Right Back)" von seiner früheren Freundin Frankee. Die fühlte sich durch Eamons Song an den Pranger gestellt und lässt in ihrer musikalischen Gegenklage kein gutes Haar an ihrem Ex-Freund. Den dürfte dies jedoch nicht allzu sehr verärgern. Als Ko-Komponist der Melodie, die Frankee übernahm, stehen ihm schließlich Tantiemen für die Attacken seiner Verflossenen zu.