Musik

Charts KW16: Anastacia mobilisiert die Massen

08.04.2004 12:39 • von Norbert Obkircher

Anastacia erobert mit ihrem dritten Album, das schlicht den Namen der Künstlerin trägt, die Führung in den deutschen Longplay-Charts. Mit ihrer bewährten Mischung aus Pop, Soul und Rock landet die stimmgewaltige Amerikanerin ihren zweiten Spitzenreiter in Deutschland nach der CD Freak Of Nature", die im Jahr 2002 die Top 100 Longplay anführte. Sony Music International (SMI) verbucht damit den zweiten Spitzenreiter innerhalb von 14 Tagen nach George Michaels Erstbesteigung des deutschen Charts-Gipfels mit dem Album Patience". Anastacias furioses Comeback nach überstandener Krebstherapie verbuchte in der Startwoche bereits mehr als 200.000 Käufer und Platinstatus. Mittlerweile hat die CD laut SMI bereits die 300.000er Marke überschritten und damit das dritte Gold sicher. Willy Ehmann, Managing Director SMI, schwärmt: "In Zeiten wie diesen ist es schön zu sehen, dass Qualität und Inhalt der entscheidende Kaufmotor beim Fan sind. Das oftmals als kritisch geltende dritte Karriere-Album gestaltet sich für Anastacia als ein einzigartiger Siegeszug, der von einer perfekt inszenierten Marketing- und Promotionkampagne getragen wird."

Zu deren Eckpfeilern zählt Barbara Steinhagen, Director Mainstream SMI, Fernsehauftritte bei "tv total", der "Echo"-Verleihung und bei "Wetten, dass...?". Als Anheizer für das Album funktionierte auch die Single Left Outside Alone", die derzeit an der Spitze der Airplay-Hitliste steht und in den Top 100 in dieser Woche von sechs auf drei klettert. "Anastacia kommt an, weil sie authentisch und nicht aufgesetzt ist. Sie ist fröhlich, sagt ihre Meinung und ist eine Identifikationsfigur im Zeitalter der Casting-Produkte und kurzlebiger Bands. Sie zählt zweifellos zu den Top Drei der größten weiblichen Musikstars weltweit", erklärt Barbara Steinhagen. Für SMI hat "Anastacia" das Zeug zum Langzeiterfolg, der die Marke von über 900.000 verkauften Alben von "Freak Of Nature" noch übertreffen könne. Dazu sollen weitere Single-Auskopplungen und eine Tour im Herbst beitragen.

In neue Karrierehöhen schwingen sich die unermüdlichen Sportfreunde Stiller. Anno 2000 debütierten sie mit So wie einst Real Madrid" auf Rang 46 in den deutschen Longplay-Charts. Mit Die gute Seite" ernteten Peter Brugger, Rüdiger Linhof und Florian Weber 2002 mit Platz sechs bereits Top-Ten-Ruhm. Ihr neues Werk, im adretten münchnerischen Idiom Burli" benannt, brettert nun mit Schmackes von null auf zwei.

Bob Dylan macht derzeit nicht nur durch sein Mitwirken in einem Werbespot für Damen-Dessous von sich reden. Mit zwei Live-Aufnahmen in unterschiedlichen Formaten entert er gleichzeitig die deutsche Longplay-Hitliste. Auf Rang 61 debütiert die Doppel-CD {mlmusik.260925."The Bootleg Series Vol. 6: Live 1964 - Concert At Philharmonic Hall"|U|T}, der komplette Mitschnitt eines legendären Konzerts aus seiner frühen Folkphase. Ebenfalls rein akustisch, aber mit Band, spielte er 30 Jahre später für MTV Unplugged" auf. Die DVD-Premiere des Events zieht nun auf Rang 96 in die Charts ein.

In Deutschland übernimmt R&B-Abräumer Usher zusammen mit Lil' Jon und Ludacris mit der Single Yeah" die Führung. In den USA sammelt er derweil Charts-Rekorde am Fließband mit dem Longplayer Confessions". Das Album verzeichnet in der ersten Verkaufswoche einen Absatz von 1,1 Mio Exemplaren und stellt somit gleich sechs Bestmarken in der 13-jährigen Ära der exakten Zählungen durch SoundScan auf. "Confessions" löst TP-2 von R. Kelly (540.000 Einheiten in der Startwoche anno 2000) als am schnellsten verkauftes Album eines männlichen R&B-Sängers ab. Die Start-Bestmarke für R&B-Solisten beiderlei Geschlechts erobert Usher von Alicia Keys, deren Songs In A Minor" im Juni 2001 insgesamt 618.000 Fans in der VÖ-Woche erwarteten.

Und im R&B-Genre ist "Confessions" schließlich insgesamt klar an der Spitze, da die CD auch das Erstwochenergebnis von Survivor" von Destiny's Childs (663.000 Einheiten 2001) weit übertrifft. Für sein Label Arista knackt Ushers Werk dessen bisherigen Erstwochenrekord von The Notorious B.I.G. mit Life After Death" von 1997 (689.000 Einheiten). Und kein Arista-Album fand in der Sound-Scan-Geschichte überhaupt jemals so viele Käufer in einer Woche - bisheriger Rekordhalter war der Soundtrack zu "The Bodyguard" mit 1,06 Mio. im Dezember 1992. Zu guter Letzt feiert Usher auch die erfolgreichste Debütwoche aller bisherigen Alben 2004. Hier verdrängt er Norah Jones mit 1,02 Mio. verkauften Exemplaren von Feels Like Home".