Musik

Charts KW 44: Schiller bringt Leben in die Charts

23.10.2003 12:40 • von

Die deutschen Charts dieser Woche sind vor allem für das Team der Polydor Island Group (PIL) ein Quell der Freude. Bei den Singles liegen die Black Eyed Peas mit "Where Is The Love?" nun schon seit drei Wochen ganz vorn, und Jeanette verbucht auf Rang drei mit "Rockin' On Heaven's Floor" ebenfalls für die PIL-Farben den höchsten Neueinstieg. Auch bei den Longplayern ist der bestplatzierte neue Titel ein PIL-Produkt: Schiller setzt sich mit "Leben" auf Platz sieben. Damit führt Christopher von Deylen die Erfolgsstory des Projekts auch nach der Trennung von seinem angestammten Partner Mirko von Schlieffen fort. "Der Name Schiller ist ja mittlerweile zu einer echten Marke geworden", erklärt Simone Geldmacher, Manager Press Promotion Island/Zeitgeist. Ihren ersten Aufsehen erregenden Charts-Erfolg bei den Longplayern schaffte die als Trance-Act gestartete Formation 1999 mit dem Album "Zeitgeist", das Rang 22 erreichte. 2001 folgte dann die bereits stark dem Pop verpflichtete "Weltreise", die es von null auf eins schaffte, sich dort vier Wochen hielt und über 200.000 Käufer fand. Auf dem neuen Album sind neben den "Weltreise"-Begleitern Peter Heppner (Wolfsheim) und Kim Sanders mit Sarah Brightman, Maya Saban, Mila Mar und Alexander Veljanov noch mehr Gastsänger und -sängerinnen dabei. "Die perfekte Mischung aus sphärischen, intelligenten Beats gepaart mit wunderschönen Stimmen trifft einfach den Nerv der Zeit", erklärt Simone Geldmacher die Beliebtheit des neuen Albums.

Auch der melancholisch gefärbte Gitarrenpop von Travis beweist seine beständige Beliebtheit mit dem Longplayer "12 Memories", der in Deutschland auf neun und in Großbritannien auf drei debütiert. Im Vereinigten Königreich hatten die Schotten mit den letzten beiden Alben jeweils sogar Platz eins erreicht. In Deutschland kam "The Man Who" (1999) auf Platz 34, "The Invisible Band" brachte 2001 den großen Durchbruch für Fran Healy und Co.

Gefragt sind derzeit Soundtracks in Deutschland. So entert der Tonträger zu "Kill Bill Vol", dem neuen Werk von Kultregisseur Quentin Tarantino, die Top 100 auf Rang 43. Es bleibt indes abzuwarten, ob dieses Album einen ähnlich langen Atem beweisen wird wie die Filmmusik zu "Pulp Fiction", die zwar nicht über Rang 36 hinauskam, aber dafür 82 Wochen in den Top 100 stand. Einen Rang hinter der "Kill Bill"-CD steht das Album zu "Pirates Of The Caribbean - Fluch der Karibik", während sich der Soundtrack zu "Bad Boys II" von 60 auf 46 nach vorn arbeitet. Rang 70 nimmt die Filmmusik zu "Herr Lehmann" ein, Leander Haußmanns Verfilmung des Romans von Element-Of-Crime-Sänger Sven Regener.

In den USA springt "Elvis 2nd To None", die neue Hitzusammenstellung von Elvis Presley, von null auf drei. 27 Jahre nach seinem Abtreten von der Erdenbühne verbucht der unsterbliche King of Rock'n'Roll damit das zweite Top-drei-Album in Folge, nachdem die "30 # 1 Hits" im Oktober 2002 drei Wochen lang Spitzenreiter waren. Zwei Alben hintereinander auf den Medaillenrängen landete er zuletzt in den Jahren 1963 respektive 1964 mit "Elvis' Golden Records Vol. 3" und "Fun In Acapulco", die jeweils auf Rang drei kulminierten.

Der Eintritt des Songs "Me Against The Music" von Britney Spears feat. Madonna auf Rang 50 der US-Singles-Hitliste markiert für beide Pop-Heldinnen prägnante Besonderheiten. Madonna taucht hier erstmals als Gaststar auf einer Single in den amerikanischen Charts auf und verbucht hier zugleich ihre 50. Notierung - 20 Jahre nach ihrem ersten Hit "Holiday". Für Britney Spears ist es immerhin der zehnte Hit - und der erste, bei dem sie auch Meriten als Mit-Autorin vorweisen kann.

Für eine Wachablösung in Großbritannien sorgen die Sugababes, die mit "Hole In The Head" (in Deutschland auf 18) die Black Eyed Peas nach sechswöchiger Regentschaft vom Singles-Thron stoßen. Für das Soul-Pop-Trio ist dies nach "Freak Like Me" und "Round Round" im letzten Jahr die dritte Nummer eins.