Musik

FNAC eröffnet neue Shops

11.11.2000 12:00 • von Knut Schlinger
"In Berlin waren wir einfach zu früh", erklärte Pierre Landau, Communications Manager FNAC Suisse, im Gespräch mit MUSIKWoche. "Zudem handelte es sich nicht um die beste Einkaufslage und das Geschäft war zu groß." Die in Ku'damm-Nähe gelegene erste deutsche FNAC-Filiale schloss ihre Türen 1995 nach kurzem Engagement. Daraus schließt Landau: "Es ist wichtig für uns, zunächst die Eigenschaften der deutschen Konsumenten und die Besonderheiten des deutschen Markts zu verstehen, bevor wir uns diesem Markt wieder nähern." Dabei soll dem Medienhändler die Etablierung auf dem Schweizer Markt helfen. Zunächst eröffnet FNAC im französischsprachigen Teil der Schweiz zwei Geschäfte: Am 17. November eine Filiale im Stadtzentrum von Genf mit einer Verkaufsfläche von rund 4000 Quadratmetern. Im März 2001 folgt ein weiterer Shop im Norden Genfs auf einer Fläche von rund 2000 Quadratmetern und Ende des Jahres 2001 soll ein drittes Geschäft in Lausanne folgen. "Zur Zeit ist es nicht das Problem, geeingete Standorte zu finden, sondern fähige Mitarbeiter. Wir müssen unsere Mitarbeiter selbst aufbauen, bevor wir die Shops eröffnen." Die Eröffnung eines Geschäfts in Zürich, also im deutschen Sprachraum der Schweiz, ist deshalb erst für das Jahr 2002 vorgesehen. "Wenn wir dieses Geschäft haben, sollten wir den deutschsprachigen Markt insgesamt besser verstehen können. Dann sollten wir auch die Mitarbeiter haben, die wir nach Deutschland schicken können", erklärt Landau im Hinblick auf eine Rückkehr des Unternehmens in den deutschen Tonträgermarkt. In diesem Zusammenhang hält er auch ein Joint-Venture für denkbar, wie es das Unternehmen in Italien mit dem Handelsunternehmen Coin gründete. Coin hatte im August in Deutschland die Outlets der früheren Metro-Tochter Kaufhalle übernommen, um sie unter dem Label Oviesse mit einem Schwerpunkt auf Bekleidung neu zu eröffnen. In Kooperation mit Coin eröffnete FNAC jüngst ein Outlet in Mailand, ein zweites italienisches Geschäft soll im April 2001 in Genua folgen. "Deutschland ist kein einfacher Markt. Wir werden ein großes Budget und einen wirklichen Partner brauchen. Das Schweizer Experiment sollte uns in diesem Zusammenhang helfen, die richtige Entscheidung zu fällen. Außerdem können wir es uns nicht erlauben, in Deutschland ein zweites Mal einen Fehlstart hinzulegen."