Musik

Digitale Bemusterung: Statt CD-Päckchen bekommen Radios künftig Sound-Dateien geschickt

16.05.2002 16:30 • von

"Die Vorteile für die Industrie liegen auf der Hand", erklärt PhonoNet-Geschäftsführer Horst Christian Blume im Gespräch mit musikwoche.de. "Die bei der Bemusterung anfallenden Kosten für Verpackung und Versand fallen künftig ebenso weg wie die gesonderte Produktion von Promotion-CDs für die Radiosender." Diese wurden zuletzt immer öfter nötig, weil Radiostationen nur selten von CDs aus senden, sondern von ihren Senderechnern. Doch um die zu speisen, mussten sich die Funkprofis zunehmend mit kopiergeschützten Tonträgern herumärgern. All das soll der Vergangenheit angehören, wenn PhonoNet das musik-promotion.net am 13. Juni im Sony-Music-Haus in Berlin offiziell vorstellt. Dann sollen die Partner aus Radio, Print und TV ihre Promotion-Ware nicht mehr als Tonträger sondern als sendefähige Soundfiles erhalten. Gemeinsame Anlaufstelle der Industrie wird die Website www.musik-promotion.net, von der aus sich die Medienpartner auch sämtliche Informationen zu den Tonträgern besorgen können. Die Übermittlung der Tondateien erfolgt über ein passwort-geschütztes Netzwerk direkt an die Schallarchive der Sender. Ein Kopieren auf CD oder ein illegales Online-Stellen wird dadurch verhindert. Für Umfang und Inhalt des verfügbaren Promotion-Repertoires sind die am System angeschlossenen Plattenfirmen verantwortlich. Am Start des Regelbetriebs, der für die Labels noch bis August kostenfrei ist, sind die fünf Majorfirmen beteiligt - weitere Firmen sollen sich der offenen Plattform anschließen. In der Erprobungsphase waren der Hessische Rundfunk und Radio HH beteiligt. Federführend auf Seite der Industrie waren vor allem der Arbeitskreis Promotion des Bundesverbands der Phonographischen Wirtschaft, bestehend aus: Merret Levermann (wea records), Sven Kilthau-Lander (Mercury Records), Susanne Hort (EMI Recorded Music Germany), Hermann Kessler (BMG Ariola München), Gaby Bartolomeo (Sony Music International), Jeff van Gelder (Virgin Records Germany), Doreen Schimk (edel records) und Thorsten Hansen (Bundesverband Phono). Die Leitung des Bereichs Digitale Distribution bei PhonoNet obliegt Dietmar Schlumbohm.