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Cirque Du Soleil beantragt Insolvenzschutz

Die Cirque Du Soleil Entertainment Group hat am 29. Juni 3480 Mitarbeiter entlassen, nachdem der kanadische Veranstalter von Artistikshows bereits Ende März 95 Prozent der Mitarbeiter in Zwangsurlaub geschickt hatte. Zudem begibt sich das Unternehmen in Kanada in Insolvenzschutz.

30.06.2020 15:25 • von Dietmar Schwenger
Braucht Insolvenzschutz: Cirque Du Soleil, hier eine Impression von "Totem" in München (Bild: MusikWoche)

Die Cirque Du Soleil Entertainment Group hat am 29. Juni 2020 insgesamt 3480 Mitarbeiter entlassen, die allesamt zu den gut 4500 betroffenen Angestellten (und damit 95 Prozent aller Mitarbeiter) gehören, die der kanadische Veranstalter von Artistikshows wegen der Corona-Krise bereits Ende März in Zwangsurlaub geschickt hatte. Zudem begibt sich das Unternehmen in Kanada in Insolvenzschutz, eine Corona-Folge der "immensen Störungen und aufgezwungenen Einstellungen von Shows", teilt das Unternehmen mit.

Cirque Du Soleil Entertainment will nun die Schulden mit Unterstützung der kanadischen Regierung und Beteiligungsgesellschaften umschichten. Dadurch würde das Unternehmen rund 300 Millionen US-Dollar an liquiden Mitteln erhalten, während die Regierung und die Investoren die Vermögensgegenstände von Cirque Du Soleil übernehmen.

Die Unternehmensführung kündigt zudem an, dass man die meisten der gekündigten Mitarbeiter wieder einstellen wolle, sobald das wirtschaftliche Umfeld dies erlaube. Weltweit hat Cirque Du Soleil wegen Covid-19 zahlreiche Shows einstellen müssen. In München fiel für "Totem" Mitte März vorzeitig der letzte Vorhang, in Hamburg war die Show "Paramour" betroffen. Im September 2021 soll im Berliner Theater am Potsdamer Platz die eigens dafür entwickelte Produktion "NYSA" anlaufen, wobei Live Nation GSA als Co-Produzent und als Betreiber der Spielstätte fungiert.

"In den vergangenen 36 Jahren war Cirque Du Soleil eine sehr erfolgreiche und hochprofitable Organisation", sagt Daniel Lamarre, President & CEO Cirque Du Soleil Entertainment Group. "Aber mit einem Null-Umsatz seit der erzwungenen Schließung all unserer Shows wegen Covid-19 musste das Management entscheidende Schritte vornehmen, um die Zukunft des Unternehmens zu sichern."