Handel

Streik bei Amazon

Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat Amazon-Mitarbeiter an mehreren Standorten zu Streiks aufgerufen. Diese haben mit Beginn der Nachtschicht von Sonntag auf Montag die Arbeit niedergelegt.

29.06.2020 10:53 • von Jochen Müller
In sechs Logistikzentren des Onlineversandhändlers Amazon wird derzeit gestreikt (Bild: Amazon)

Mit Beginn der Nachtschicht von Sonntag auf Montag haben Mitarbeiter an mehreren Amazon-Standorten in Deutschland wie Bad Hersfeld, Koblenz, Rheinberg, Werne und Leipzig die Arbeit niedergelegt. Wie die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di am Sonntag bekannt gab, wolle man mit dem Streik, der mindestens 48 Stunden andauern soll, der Forderung nach dem Abschluss eines Tarifvertrags "Gute und gesunde Arbeit" Nachdruck verleihen.

"Wir verschärfen die Gangart, denn Amazon zeigt bislang keine Einsicht und gefährdet die Gesundheit der Beschäftigten zu Gunsten des Konzernprofits", wird Orhan Akman, bei ver.di verantwortlich für den Einzel- und Versandhandel, in einer Pressemitteilung zitiert. Hintergrund der aktuellen Forderung nach einem Tarifvertrag "Gute und gesunde Arbeit", durch den der Gesundheitsschutz und die Sicherheit der Amazon-Mitarbeiter verbessert werden soll, sind laut Akman die Coronavirus-Ausbrüche an Amazon-Standorten wie Bad Hersfeld, wo sich nach ver.di-Informationen "mindestens 30 bis 40 Kolleginnen und Kollegen infiziert haben". "Wie schon im Fall der Ausbreitung von Covid-19 in Winsen (Luhe) mauert die Unternehmensführung auch diesmal und verweigert Aufklärung. Das gefährdet die Sicherheit und Gesundheit der Kolleginnen und Kollegen, ihrer Familien und die der Anwohnerinnen und Anwohner", so Akman.

Ein Amazon-Sprecher erklärte jetzt in diesem Zusammenhang: "Allein in Deutschland haben wir seit Februar 470 Millionen Einheiten Desinfektionsmittel für die Hände, 21 Millionen Paar Handschuhe, 19 Millionen Masken, Gesichtsschilder oder anderen Mund-Nase-Schutz und 39 Millionen Packungen desinfizierende Wischtücher bestellt."

Mit dem Streik will ver.di auch der im Frühjahr 2013 erstmals erhobenen Forderung, die Amazon-Mitarbeiter nach dem Flächentarifvertrag des Einzel- und Versandhandels zu vergüten, Nachdruck verleihen. Amazon erklärte dazu, die Mitarbeiter erhielten bereits "Löhne am oberen Ende dessen, was für vergleichbare Tätigkeiten gezahlt wird".