Events

Frankfurt plant Musikmesse 2021 parallel zur Buchmesse

Die Messe Frankfurt wollte am 30. Juni "neue Perspektiven für die Kultur- und Kreativwirtschaft" vorstellen. Die "FAZ" berichtete jedoch bereits vorab von Plänen rund um ein Kreativfestival mit Buchmesse, Musikmesse samt LEA und Gamesbranche. Das brachte Druck auf den Kessel: Noch am 28. Juni kündigten die Veranstalter eine "Richtigstellung" an, bestätigte indes, dass Buchmesse und Musikmesse im Herbst 2021 parallel über die Bühne gehen sollen.

29.06.2020 10:41 • von
Will die Musikmesse Frankfurt weiterentwickeln, und zwar an einem Termin, der sich mit der Buchmesse überschneidet: Detlef Braun (Bild: Messe Frankfurt Pietro Sutera)

Eigentlich wollte die Messe Frankfurt am 30. Juni 2020 im Rahmen einer digitalen Pressekonferenz "neue Perspektiven für die Kultur- und Kreativwirtschaft" vorstellen. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" griff das auf, berichtete von Planungen rund um ein Kreativfestival mit Buchmesse und Musikmesse samt Prolight + Sound und LEA-Verleihung sowie mit Anknüpfungspunkten zur Tech- und Gamesbranche nach dem Vorbild der texanischen SXSW, bloß eben am Standort im Südwesten Deutschlands.

Ganz offenbar brachte dieser mediale Vorstoß reichlich Druck auf den Messekessel: Noch am 28. Juni, immerhin ein Sonntag, kündigte die Messe Frankfurt eine "Richtigstellung" an, bestätigte indes, dass Buchmesse und Musikmesse 2021 parallel im Herbst über die Bühne gehen sollen, samt Kooperation mit einem Kongress unter dem Namen The Arts+.

Die bislang auf Frühjahrstermine Ende März und Anfang April abonnierte Musikmesse soll demnach im kommenden Jahr vom 22. bis 24. Oktober 2021 "als eigenständige Veranstaltung auf dem Frankfurter Messegelände stattfinden", hieß es also am Sonntagnachmittag aus Frankfurt. Damit würden alle drei Veranstaltungstage der Musikmesse in den Zeitraum der Buchmesse fallen, die zwar bereits am 20. Oktober 2021 beginnen soll, aber ebenfalls bis zum 24. Oktober andauern soll.

Klar wäre damit, dass die im laufenden Jahr zunächst verschobene und dann ganz gestrichene Musikmesse rund anderthalb Jahre lang würde pausieren müssen. LEA oder Prolight + Sound wurden übrigens von den Messemachern nicht explizit genannt.

Stattdessen berichtete man von aktuellen Gesprächen "mit weiteren Branchenteilnehmern aus der Kultur- und Kreativwirtschaft", in denen es darum gehen soll, "im selben Zeitfenster eigene Events auf dem Frankfurter Messegelände durchzuführen". Fix sei bereits, dass Musikmesse eine Kooperation mit The Arts+ schließen werde, "dem Flaggschiff der Frankfurter Buchmesse für creative content".

Darüber hinaus planen die Messemacher unter dem Namen "Frankfurt Creative AI Conference" einen "gemeinsam organisierten Business-Kongress für die internationalen Creative Industries", der "wertvolle Impulse zu Fokusthemen wie Rechte- und Lizenzhandel sowie neue Business-Modelle im Zeitalter fortschreitender Medienkonvergenz" bieten soll.

Weitere Details sollen nun erst zu "einem späteren Zeitpunkt", folgen, die ursprünglich für den 30. Juni angesetzte Pressekonferenz wurde dagegen abgesagt.

"Als internationaler Standort der Kreativwirtschaft nutzt Frankfurt seine Ressourcen, um die Branche noch intensiver zu vernetzen", kommentiert Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt. Dazu wolle man "einen deutlichen Beitrag" leisten. "Gemeinsam mit unserem Partner The Arts+ haben wir die Vision eines Events entwickelt, bei dem sich Musiker, Autoren, Künstler, Content-Entwickler, Publishing-Experten und Business-Developer, Multiplikatoren und Influencer zusammenfinden." Gleichzeitig bekenne man sich "zur Weiterentwicklung der Musikmesse" und wolle "die neuen Synergien" nutzen, "um Unternehmen der Musikwirtschaft mit neuen, relevanten Zielgruppen in Kontakt zu bringen".

Im Zuge ihrer Evolution solle die Musikmesse 2021 "noch stärker den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Stellenwert sowie das Erleben der Musik in den Mittelpunkt stellen", heißt es weiter aus Frankfurt, und dabei "beste Präsentationsmöglichkeiten für sämtliche Unternehmen der Musikwirtschaft auf dem Frankfurter Messegelände" bieten sowie "die Möglichkeit, deren Marken bei den Veranstaltungen im Rahmenprogramm zu präsentieren".

2020 soll die Frankfurter Buchmesse vom 14. bis 18. Oktober mit einem entsprechenden Gesundheits- und Hygienekonzept steigen.

Text: Knut Schlinger