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Charts KW 27: Späte Premiere für Bob Dylan

Auf "Rough And Rowdy Ways" brettert Bob Dylan direkt an die Spitze der Top 100 Longplay - und verzeichnet mit 79 Jahren seine erste Nummer eins in Deutschland überhaupt. Bei den Singles erobert Bonez MC mit "Big Body Benz" die Pole Position.

26.06.2020 16:10 • von Frank Medwedeff
Erstmals Chartschampion in Deutschland: Bob Dylan (Bild: Sony Music)

Auf "Rough And Rowdy Ways" - so der Titel seines neuen Studioalbums - brettert Bob Dylan direkt an die Spitze der Top 100 Longplay der Offiziellen Deutschen Charts. Im Alter von 79 Jahren feiert die Singer/Songwriter-Legende damit eine Premiere, denn dies ist die erste Nummer eins in Deutschland für den zehnfachen Grammy-Gewinner und Literaturnobelpreisträger überhaupt. Bislang hatte er als höchste Notierungen in den deutschen Albumcharts zweite Plätze zu Buche stehen für "Modern Times" (2006), "Together Through Life" (2009), "Tempest" (2012) und zuletzt 2013 mit "The Bootleg Series Vol. 10 - Another Self Portrait (1969 - 1971)".

"Sing meinen Song - Das Tauschkonzert Volume 7" belegt wie in der Vorwoche Rang zwei. Beyond The Black rocken sich mit "Horizons" von null auf drei.

Neuzugang auf Platz vier ist "Homegrown" von Neil Young - ein 1974 und Anfang 1975 aufgenommenes Werk, das erst jetzt offiziell veröffentlicht worden ist. Auf Rang fünf finder sich der Spitzenreiter der vergangenen beiden Woche wieder, "Das Album" von Thomas Anders & Florian Silbereisen.

Es folgen zwei Neuankömmlinge aus dem Metal-Lager. Eisregen, die Dark-Metaller aus Thüringen, zeigen sich keineswegs "Leblos", wie der Titel ihres neuen Werks suggeriert, sondern tauchen damit auf Rang sechs auf. Und die aus Richmond im US-Bundesstaat Virginia stammende Formation Lamb Of God platziert ihr gleichnamiges Album ohne Zögern auf Position sieben.

Weniger gefragt sind in dieser Woche Leas "Treppenhaus" (runter von fünf auf acht) und Reinhard Meys "Das Haus an der Ampel" (abwärts von drei auf neun).

Einen Karrieremeilenstein setzt Elen: Die Künstlerin, die als Straßensängerin in Berlin ihre Karriere begann, entert mit ihrem Longplayer "Blind über Rot" die Offiziellen Deutschen Charts auf Rang zehn.

Juse Jus Album "Millennium" ist auf Rang elf neu dabei. Und schon der letzte Neuzugang im oberen Chartsdrittel ist an 23. Stelle der Sampler "Alles Hits!" von den Nockis (ehemals Nockalm Quintett).

Universal Music ist mit einem Wochenanteil von 38,7 Prozent die Nummer eins im Vertriebsfirmenranking zu den Longplaycharts. Sony Music belegt den zweiten Platz (23,3 Prozent), dicht gefolgt von Warner Music (20,9 Prozent). Die Top 5 komplettieren Tonpool Medien (7,3 Prozent) sowie Believe/GoodToGo (6,5 Prozent).

Bonez MC schwingt sic mit dem Track "Big Body Benz" aus dem Stand an die Tabellenspitze der Top 100 Singles. Der Rapper, Mitglied der 187 Strassenbande, kann sich somit über seinen zweiten Nummer-eins-Hit binnen drei Wochen freuen nach seinem Triumph mit "In meinem Benz" an der Seite von AK Ausserkontrolle.

Bonez MC verdrängt Ufo361 und dessen "Emotions" an die zweite Stelle. Als Neueinsteiger auf Rang drei hieven sich Capital Bra & Bozza mit der Erkenntnis "Ich weiß nicht mal wie sie heißt".

Pashanims "Airwaves" ziehen von Platz zwei auf vier ab. Und ebenfalls um zwei Positionen nach unten geht es für "Rockstar", den gemeinsamen internationalen Renner der US-HipHop-Größen DaBaby und Roddy Ricch.

Dritter Top-10-Neuzugang der Woche ist auf der Zehn "Shakira" von Kalazh44 & Samra.

Die Majors teilen sich die Podiumsplätze in der Distributorenwertung genau wie bei den Alben auf: Universal Music führt mit 45,4 Prozent Marktanteil vor Sony Music (26,2 Prozent) und Warner Music (17,0 Prozent). Es schließen sich Believe/Good To Go (7,1 Prozent) und Kontor/Edel (3,4 Prozent) an.

In den Top 30 Compilations hält die Vorherrschaft der "Bravo Hits 109" an. Auch "The Dome Vol. 94" veharrt bewegungslos an zweiter Stelle. Platz drei sichert sich indes der einzige Neueinsteiger im Vorderfeld, "Club Sounds - Summer 2020".

Universal Music bleibt auch im Compilationsegment der dominante Distributor mittels eines Wochenanteils von nach wie vor stolzen 64,2 Prozent. Sony Music nimmt hier ebenfalls die zweite Position ein (22,8 Prozent). Für Kontor/Edel reicht es anhand von 6,7 Prozent für den dritten Rang vor Warner Music (2,2 Prozent).