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o-tone music startet Hilfskampagne

Die als Label, Verlag und Konzertagentur aktive Firma o-tone music will ihre Künstler unterstützen, "die in den nächsten Monaten keine Planungssicherheit vorfinden". Auf Startnext startet eine Spenden- und Hilfsaktion unter dem Motto "o-tone music for artists".

25.06.2020 10:19 • von Frank Medwedeff
Will mit einer Crowdfunding-Kampagne Geld für die eigenen Künstler sammeln: o-tone music (Bild: o-tone music)

Während der Corona-Pandemie will o-tone music "Künstler aus unserem Artistroster unterstützen, die in den nächsten Monaten keine Planungssicherheit vorfinden". Auf Startnext werde ab dem 25. Juni eine Spenden- und Hilfsaktion starten unter dem Motto "o-tone music for artists", die bis zum 11. September gehen soll.

Bei der Crowdfunding-Aktion gehe es "um Künstler*innen, die jetzt kaum einen Verdienst haben und deren Soforthilfen aufgebraucht sind oder erst gar nicht ankommen. Damit sich die berufliche und finanzielle Perspektive nicht noch mehr verschlimmert, hoffen wir auf Eure großzügige Unterstützung als Fans und kulturell Interessierte."

Eine große "Dankeschön-Vielfalt" habe die in Gießen als Label, Musikverlag und Konzertagentur tätige Firma zusammengestellt, um das Spenden etwas zu "versüßen". Das Geld aus exklusiven Solokonzerten der o-tone-Acts und aus signierten CDs gehe zu 100 Prozent "an die jeweiligen Künstler*innen".

Erlöse aus "unseren zusammengestellten CD-Kollektionen, Masken, Tassen und T-Shirts" fließen "zunächst in einen großen Topf, der nach Abschluss der Aktion gleichmäßig unter allen teilnehmenden Künstler*innen ausgeschüttet wird", wie es aus Gießen heißt. o-tone music behalte dabei keinerlei Anteil vom gesammelten Betrag ein.

Zum Künslerstamm des von Uwe Hager gegründeten und geleiteten Unternehmens gehören unter andereren Trilok Gurtu, Joo Kraus, Achim Kirchmair, Daniel Stelter, Marina & The Kats oder Markus Stockhausen.

Die Situation von Kreativschaffenden werde nicht einfacher, "je länger wir quasi ein Berufsverbot haben und unserer Arbeit nicht nachgehen dürfen", verlautet das o-tone-Team zur Dringlichkeit der Aktion. "Bei uns gibt es keinen Mindestlohn, keine große Lobby, und als systemrelevant werden wir auch nicht erachtet." Die Musikindustrie habe sich stark verändert - "sprich: physische Verkäufe sind weggebrochen und digitale Formen der Monetarisierung bringen in der Regel auch nur einen Bruchteil der Einnahmen ein, die Kulturschaffende brauchen". So sei nur nur das Live-Geschäft geblieben, das "alles kompensieren musste", und wegen Corona nun auch nicht mehr existiere. "Wir waren die ersten im Lockdown und werden die letzten sein, bis wir wieder halbwegs normal arbeiten können."

Nachdem zum Beispiel in Berlin die ersten Clubs bereits zumachten, sei nicht absehbar, "was ab Ende September möglicherweise bundesweit passieren wird".

"Vermutlich geht die Pleitewelle dann erst richtig los", warnt o-tone music.