Livebiz

Mehr-BB-Duo läuft 750 "KulturKilometer"

Unter dem Motto "KulturKilometer" ziehen die Mehr-BB-Entertainment-Mitarbeiter Laura Kuhlen und Meik Gudermann per Fußmarsch durch Deutschland, um in der Corona-Krise die Menschen "für die aktuelle Problemlage der Kulturlandschaft zu sensibilisieren". Maik Klokow, CEO von Mehr-BB, unterstützt die Aktion.

04.06.2020 12:39 • von Frank Medwedeff
Vor dem Start: die "KulturKilometer" Laura Kuhlen und Meik Gudermann (vorn) mit Mehr-BB-CEO Maik Klokow (Bild: Raphael Stötzel)

Unter dem Motto "KulturKilometer" ziehen die Mehr-BB-Entertainment-Mitarbeiter Laura Kuhlen und Meik Gudermann per Fußmarsch über 750 Kilometer durch Deutschland, um in der Corona-Krise die Menschen "für die aktuelle Problemlage der Kulturlandschaft zu sensibilisieren".

Am 4. Juni 2020 starteten die beiden Kulturschaffenden ihre Mission um 10.30 Uhr am Musical Dome in Köln, um in insgesamt 21 Tagen über zahlreiche Theater in Bochum, Bremen oder Hamburg bis nach Berlin zu wandern. Mit ihrer Aktion wollen sie auf die Nöte und Sorgen privater Kulturschaffender aufmerksam machen und gleichzeitig "die Vielfältigkeit, Kreativität und Systemrelevanz dieser Branche aufzeigen".

Kuhlen und Gudermann haben die Aktion "KulturKilometer" eigenständig ins Leben gerufen. Auf ihrem Weg nach Berlin interviewen sie Produzenten, Künstler und Theaterpersonal im persönlichen Gespräch oder virtuell im Live-Stream, um sich über deren aktuelle Situation, Wünsche und Hoffnungen auszutauschen. Die Gespräche, Erfahrungen und Etappen ihrer Reise dokumentieren sie auf Instagram und über die Website www.kulturkilometer.de.

Kuhlen und Gudermann wollen darauf hinweisen, welche schwerwiegenden Folgen der Shutdown der Spielstätten und die Absagen von Tourneen "für alle Mitarbeiter*innen der Live-Entertainment-Branche und Kleinunternehmer*innen" hat. Denn die Diskussion über die Lage privater Kulturbetriebe gehe bislang in der Krise vielerorts unter - "obwohl die deutsche Live-Entertainment-Branche gemeinsam mit der Theater- und Orchesterlandschaft weltweit einzigartig" sei. 5000 Bühnen und Veranstaltungsstätten gestalten demnach "die vielfältige und unbedingt schützenswerte Kulturszene Deutschlands". Für sie alle sei der Weg zurück in die Normalität lang und mühsam, hunderttausende Jobs und selbstständige Existenzen seien nach wie vor in Gefahr.

Meik Gudermann erklärt: "Ich liebe meinen Job im Theater. Die Corona-Krise hat ganz Deutschland hart getroffen, die Situation der Kulturbetriebe rückt nach meinem Empfinden aber zu sehr in den Hintergrund. Es wird leidenschaftlich über Kaufprämien von Autos und Staatshilfen für Airlines diskutiert, aber was ist mit all den Kulturschaffenden, die unseren Alltag und unser Land bereichern? Wir wollen nicht in Vergessenheit geraten, dagegen wehren wir uns buchstäblich mit den Füßen!"

Laura Kuhlen ergänzt: "Ich bin Kölnerin durch und durch, im Severinsklösterchen geboren und hier aufgewachsen. Was liegt da näher, als von der Domstadt aus mit einem Pilgermarsch auf die schwierige Situation der Kulturszene aufmerksam zu machen? Ich habe einen riesigen Respekt davor, 750 Kilometer zu laufen, aber unser Anliegen ist es wert. Natürlich laden wir jeden, der mit unserer Aktion sympathisiert, herzlich ein, einen Teil des Weges gemeinsam mit uns zu laufen."

Ihr Arbeitgeber Mehr-BB Entertainment unterstützt die Aktion, habe aber keinerlei Mitspracherecht eingefordert. CEO Maik Klokow verlautet: "Unsere Mitarbeiter, die sich sonst im Hintergrund bewegen und den Künstlern den großen Auftritt ermöglichen, möchten nicht tatenlos zusehen, wie die gesamte, über Jahrzehnte entstandene prosperierende Live-Entertainment-Branche durch diese Krise den Bach runtergeht. Aus diesem Grunde haben unsere Mitarbeiter die 'KulturKilometer' ins Leben gerufen, um den tausenden Namenlosen ein Gesicht zu geben. Wir als Mehr-BB Entertainment verstehen dieses Engagement nicht nur für uns, sondern für möglichst viele Beteiligte aus dem privatwirtschaftlich finanzierten Bereich des Live Entertainments und wollen ausdrücklich alle aufrufen, sich an unserer Aktion zu beteiligen und ihre Stimme zu erheben, damit wir gehört werden. Es lohnt sich,für eine gemeinsame Zukunft zu kämpfen!"