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SUISA verbucht mehr Einnahmen, dämpft aber Prognose

2019 erzielte die SUISA einen Gesamtumsatz von 176,3 Millionen Franken und damit einen Zuwachs von 9,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für 2020 und 2021 rechnet die schweizerische Verwertungsgesellschaft jedoch mit massiv weniger Einnahmen.

02.06.2020 16:46 • von Jonas Kiß
Kann im laufenden Jahr mehr an die SUISA-Mitglieder ausschütten: Andreas Wegelin (Bild: Beat Felber)

Die schweizerische Verwertungsgesellschaft SUISA hat ihren Jahresbericht für 2019 vorgelegt. Demnach betrug der Gesamtumsatz im vergangenen Jahr 176,3 Millionen Franken, nach derzeitigem Wechselkurs umgerechnet rund 164,7 Millionen Euro.

Dies bedeutet einen Zuwachs von 9,6 Prozent beziehungsweise 16 Millionen Franken gegenüber 2018. Von den 176,3 Millionen Franken Gesamtumsatz schüttet die SUISA nun 135 Millionen Franken (rund 126 Millionen Euro) an Urheber und Verleger aus.

Besonders im Onlinebereich seien die Einnahmen 2019 erneut markant angestiegen. So erwirtschaftete die SUISA zusammen mit der Tochtergesellschaft SUISA Digital Licensing im Onlinebereich 14,5 Millionen Franken und damit 43,6 Prozent beziehungsweise vier Millionen Franken mehr als im Vorjahr.

Zudem seien die Urheberrechtseinnahmen aus den Aufführungsrechten im vergangenen Jahr stark angestiegen.

Doch der größte Teil der Einnahmen in der Schweiz stammt nach wie vor aus den Sende- und Aufführungsrechten, die 2019 insgesamt 63,6 Millionen Franken ausmachten. Hierbei verzeichnete die SUISA allerdings einen leichten Rückgang. Dies sei "insbesondere auf die rückläufigen Werbeeinnahmen der Sender" zurückzuführen, die sich weiterhin in den Onlinebereich verlagern.

Für 2020 und 2021 rechnet die SUISA mit massiv weniger Einnahmen. Grund dafür sei insbesondere das Veranstaltungsverbot, das in den kommenden Monaten noch erhalten bleiben wird. Auch die vorübergehende Schließung von Geschäften und Gastrobetrieben werde zu tieferen Urheberrechtseinnahmen führen, da in diesen Unternehmen weniger Musik zur Hintergrundunterhaltung genutzt wird.

Die Corona-Krise werde zudem Auswirkungen auf die Einnahmen aus Senderechten haben, da insbesondere die TV-Sender weniger Werbeeinnahmen erzielen würden, zum Beispiel aufgrund ausgefallener Großveranstaltungen.

"Gerade in diesem für Musikschaffende sehr schwierigen Jahr ist das gute Ergebnis der SUISA sehr wichtig", sagt CEO Andreas Wegelin: "Wir können im laufenden Jahr wiederum mehr Geld an die Urheber und Verleger von Musik verteilen. Allerdings steht jetzt schon fest, dass wir im 2020 aufgrund der Coronavirus-Krise massiv weniger Geld einnehmen werden, und auch für 2021 rechnen wir mit einem schlechten Jahr für die meisten Musikschaffenden."