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Monika Grütters will Clubsterben verhindern

Die Kulturstaatsministerin Monika Grütters betont, dass das neue "Zukunftsporgramm für die Kultur" der Bundesregierung auch "finanzielle Hilfen" für Clubs vorsieht.

02.06.2020 15:44 • von Dietmar Schwenger
Kündigt weitere Gelder an: Monika Grütters (Bild: BKM)

Die Kulturstaatsministerin Monika Grütters betont, dass das neue "Zukunftsporgramm für die Kultur" der Bundesregierung auch "finanzielle Hilfen" für Clubs vorsieht. Der Ernst der Lage ist der CDU-Politikerin dabei bewusst, wie sie in einem Interview mit der "Stuttgarter Zeitung" ausführt: "Wir müssen jetzt vielmehr retten, was zu retten ist. Die gesamte kulturelle Infrastruktur ist bedroht. Alle individuellen Hilfen für Künstler, wie wir sie auch mit dem Sozialschutzpaket organisiert haben, nützen ja nichts, wenn ihre Arbeitsstätten wegbrechen."

Um das zu verhindern, entwickele ihr Haus gerade mit Rückendeckung des Bundesfinanzministers "ein Neustartprogramm für die kulturelle Infrastruktur in Deutschland". Dieses Programm soll am 2. Juni 2020 im Koalitionsausschuss beraten und einen Tag später im Kabinett verabschiedet werden. Und weil zurzeit die Gefahr bestehe, dass vor allem ehrenamtlich oder privatwirtschaftlich geführte Kultureinrichtungen auf der Strecke bleiben, soll diesen Bereichen das neue Bundesprogramm "vorrangig" helfen, so Grütters weiter.

"Wir werden zum Beispiel Umbaumaßnahmen finanzieren, falls nur so die Corona-Auflagen erfüllt werden können. Und wir werden das kulturelle Leben durch spezifische Förderprogramme neu stimulieren." Auch die "desolate Lage" der Clubs habe sie im Blick. "In Ergänzung zu dem, was die Länder und der Bundeswirtschaftsminister an Hilfen vorgesehen haben, sieht unser Zukunftsprogramm für die Kultur auch finanzielle Hilfen für Clubs vor. Ein Clubsterben müssen wir unbedingt verhindern."

Zudem appelliert sie daran, im kulturellen Bereich so einheitlich wie möglich auf die Krise zu reagieren. Als Beispiel nennt sie der "Stuttgarter Zeitung" die Ausfallhonorare: "Mein Haus hat eine großzügige Regelung getroffen, um den vom Bund geförderten Kultureinrichtungen und Projekten die Zahlung von Ausfallhonoraren an die freischaffenden Künstler zu ermöglichen."

Grütters wünscht sich, dass alle Bundesländer diese Regelung genauso praktizieren. "Zudem sollten alle Länder dem Beispiel von Baden-Württemberg folgen und Soloselbstständigen einen fiktiven Unternehmerlohn zahlen. Das ist eine gute Ergänzung zum Soforthilfeprogramm des Bunds für Soloselbstständige. Über die Runden kommen ist das eine, die Perspektive das andere."