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Kultur- und Medienausschuss hörte sich die Klagen der Verbände an

Am 27. Mai tagte der Kultur- und Medienausschuss des Bundestags. Im Vorfeld dieser Tagung hatten verschiedene Verbände der Musikwirtschaft einen Notruf an die Bundesregierung verfasst. Nun trugen die Initiatoren des Offenen Briefes ihr Anliegen in Berlin vor.

28.05.2020 13:32 • von Dietmar Schwenger
Wies vor dem Ausschuss auf die prekäre Lage hin: Christian Höppner vom Musikrat (Bild: Deutscher Musikrat)

Am 27. Mai 2020 tagte der Kultur- und Medienausschuss des Bundestags. Im Vorfeld dieser Tagung hatten verschiedene Verbände der Musikwirtschaft einen Notruf an die Bundesregierung verfasst. Nun trugen die Initiatoren des Offenen Briefes ihr Anliegen in Berlin vor.

Christian Höppner vom Deutschen Musikrat, der federführend für die Aktion verantwortlich zeichnet, wies vor den Abgeordneten darauf hin, dass viele Veranstalter nicht wüssten,ob sie bis Ende des Jahres Insolvenz anmelden müssen. Selbst in jenen Bereichen, die aktuell ihren Betrieb langsam wieder aufnehmen dürfen, führten die Hygiene- und Abstandsregeln zu weiteren massiven Umsatzeinbußen, weil zu wenige Tickets verkauft werden können.

Pamela Schobess von der Clubcommission Berlin machte deutlich, dass die Musikclubs besonders stark von der Corona-Krise betroffen sind, da sie als "erstes geschlossen wurden und am längsten geschlossen bleiben werden". Da der Januar und der Februar mit zu den umsatzschwächsten Monaten im Jahr gehörten, würden sich die Schließung der Clubs ab März besonders katastrophal auswirken.

Bislang gelte die Schließung der Clubs bis Ende Juli, aber sie rechne derzeit eher mit einer Verlängerung, sagte Schobess. Dies liege daran, dass die Clubs zu jenen Orten gezählt werden, in denen die Übertragung des Corona-Virus besonders stark ausgeprägt sei. Hygienekonzepte ließen sich in den Clubs auch kaum umsetzen. Club-Kultur und Abstandsgebote schlössen sich im Grunde auch aus. Schobess warnte davor, dass bis Ende des Jahres in Berlin kein einziger Club mehr bestehen werde, wenn der Branche nicht geholfen werde.