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DEAG im ersten Quartal "stabil und profitabel"

Die DEAG meldet für das erste Quartal 2020 Zuwächse beim Konzernumsatz und beim EBITDA-Ergebnis. Im weiteren Verlauf des Geschäftsjahrs rechnet der Konzern wegen der Corona-Krise indes mit einem "deutlichen Rückgang", strebt dennoch ein positives EBITDA in der Jahresbilanz an.

27.05.2020 17:06 • von Frank Medwedeff
Will unter anderem mit Fixkostensenkungen, Versicherungsleistungen und "Covid-19-kompatiblen" Formaten die DEAG glimpflich aus der Corona-Krise führen: Peter Schwenkow (Bild: DEAG)

Die Deutsche Entertainment Aktiengesellschaft (DEAG) bilanziert "ein stabiles und profitables" erstes Quartal 2020. Der Konzernumsatz lag demnach mit 26,2 Millionen Euro um drei Prozent über den Erlösen des Vorjahreszeitraums (25,5 Millionen Euro). Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wurde im Berichtszeitraum mit 1,2 Millionen Euro ausgewiesen - einem Plus von 20 Prozent. Damit lagen sowohl Umsatz als auch EBITDA "im Rahmen der ursprünglichen, vor Covid-19 aufgestellten Planungen für das Geschäftsjahr 2020", wie es aus Berlin heißt.

Die DEAG geht aktuell aufgrund der Covid-19-Pandemie aber "insgesamt von einem deutlichen Rückgang von Umsatz und Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr aus". Ziel bleibe es jedoch, "je nach Dauer und Verlauf der Pandemie ein positives EBITDA für 2020 auszuweisen".

Der von Peter Schwenkow geführte Konzern habe "mit verschiedenen Maßnahmen reagiert, um die Auswirkungen der Pandemie auf die Geschäftstätigkeit zu begrenzen". Insbesondere sei es gelungen, die monatlichen Fixkosten "durch striktes Kostenmanagement unter anderem durch Kurzarbeit in Deutschland, Großbritannien und der Schweiz signifikant" zu senken.

Mit einem Finanzrahmen von mehr als 60 Millionen Euro - "bestehend aus vorhandener Liquidität, Banklinien, Zuwendungen aus Hilfsprogrammen und Versicherungszahlungen" - sehe sich die DEAG "robust für die Bewältigung der Krise positioniert", und dies auch "über 2020 hinaus".

"Mehr als 1300 verschobene eigene Events, starke Veranstaltungsformate und eine immer stärker werdende Positionierung im Ticketing" seien die Basis für die Fortsetzung des Erfolgskurses der DEAG für die Zeit nach dem Ende der Pandemie.

Die gute Geschäftsentwicklung zwischen Januar und März 2020 führt der Live-Entertainment-Konzern auf den "zunehmenden Fokus auf margenstärkere Geschäftsbereiche" zurück. Im Segment Classics & Jazz verzeichnete die DEAG somit "zahlreiche hochkarätige und ausverkaufte Auftritte von namhaften Künstlern". Ein großer Erfolg waren nach DEAG-Angaben erneut die "Christmas Garden"-Events mit insgesamt 950.000 Besuchern an sechs Standorten.

Im Ticketing-Geschäft werde über die konzerneigenen Plattformen myticket.de, myticket.co.uk, myticket.at und Gigantic.com für eigenen und Dritt-Content "ein immer größerer Anteil der Ticketverkäufe abgewickelt". Folgerichtig haben sich hier "Umsatz und Ergebnis im ersten Quartal alleine in Deutschland verdreifacht", wie die DEAG bestätigt.

Für die kommenden Quartale habe die DEAG gemeinsam mit ihren Partnern "neue, innovative Veranstaltungsformate entwickelt", um Besuchern auch in Pandemie-Zeiten Kultur und Entertainment bieten zu können. Dazu zählen unter anderem eine "Stage Drive Kulturbühne" unter freiem Himmel auf dem Parkplatz der Jahrhunderthalle in Frankfurt/Main sowie der "BW-Kulturwasen" in Stuttgart und weitere Formate in Großbritannien.

Darüber hinaus verfüge die DEAG mit "Christmas Garden" über ein "hochattraktives und Covid-19-kompatibles Veranstaltungsformat". Denn dieses seit Jahren erfolgreiche Format sei ein Open-Air-Event, "das an sehr weitläufigen Veranstaltungsorten stattfindet". Durch vorgegebene Zeitfenster beim Ticketkauf könne die DEAG die Besucherzahl steuern "und so eine gedrängte Publikumssituation vermeiden". Abstand zwischen den einzelnen Besuchern sei somit "seit jeher Teil des Konzepts". Daher wolle man die Anzahl der Standorte in diesem Jahr von sechs auf elf im In- und Ausland erhöhen. Für das vierte Quartal 2020 rechnet die DEAG mit 1,2 bis 1,5 Millionen Besuchern "allein für diese Veranstaltungsreihe".

Die DEAG habe sich zudem "bei einem der größten Versicherungskonzerne für behördlich verordnete Absagen" einen "vollumfänglichen Versicherungsschutz" gesichert. Die Schadenabwicklung laufe "reibungslos und unproblematisch", und dem Konzern sei "bereits jetzt ein siebenstelliger Euro-Betrag zugeflossen".

Die vollständige Quartalsmitteilung stehe ab 28. Mai 2020 auf der Webseite des Unternehmens zum Download zur Verfügung.