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Midem will virtuelle Einblicke verschaffen

In einem normalen Jahr hätten Teilnehmer der Midem ihre Flüge und Hotelzimmer wohl längst gebucht. Die Veranstalter der Musikmesse bemühen sich indes im Zuge der Corona-Krise weiter, den Treff zumindest online in den Fokus zu rücken. Unter anderem steht nun eine Keynote mit einem HipHop-Produzenten und einem potenziellen Star aus Südafrika auf der Agenda.

25.05.2020 12:42 • von
Wollen im Rahmen der Midem virtuell beweisen, dass HipHop keine Grenzen kennt: T.I. (links) und Nasty C (Bild: Midem)

In einem normalen Jahr hätten Teilnehmer der Midem ihre Flüge nach Nizza und Hotelzimmer in Cannes vermutlich längst gebucht. Die Veranstalter der Musikmesse bemühen sich indes im Zuge der Corona-Krise auch weiterhin, den Branchentreff zumindest im Onlinebereich in den Fokus zu rücken. Unter anderem steht nun neben den Finalisten des Midemlab-Wettbewerbs und den Kandidaten der neu positionierten Talentbörse eine Keynote mit dem US-amerikanischen HipHop-Produzenten und Rapper Tip "T.I." Harris und Nasty C als einem potenziellen Star aus Südafrika neu auf der Agenda der Midem Digital Edition.

Während es Clifford Joseph Harris als T.I.P. oder T.I. ab Mitte der Nullerjahre mit gleich drei Alben hintereinander ("King", "T.I. vs T.I.P" und "Paper Trail") an die Spitze der Charts im Heimatmarkt schaffte, enterte der Südstaaten-Rapper mit diesen Werken hierzulande gerade einmal die hinteren Regionen der Hitlisten. Dennoch zählen die Midem-Macher für den Künstler unterm Strich Millionenverkäufe und unter anderem drei Auszeichnungen bei den Grammy Awards auf. Zwar habe er sich darauf gefreut, in diesem Jahr in Cannes zu sprechen, lassen die Messeveranstalter ausrichten, doch nun sei er dankbar für die Möglichkeit, zumindest virtuell zu zeigen, dass HipHop keine Grenzen kenne und wie Künstler und Marken auf weltweiter Basis miteinander arbeiten können.

Nasty C verschaffte sich derweil 2017 als Gast von Major Lazer auf dem Track "Particula" auch international Gehör oder trat Mitte 2018 beim Launch von Afroforce1 im Universal-Music-Gebäude an der Stralauer Allee in Berlin unter anderem vor Bundesentwicklungsminister Gerd Müller auf.

Midem-Direktor Alexandre Deniot freut sich bereits auf T.I. und Nasty C und verspricht "wertvolle Einblicke", gerade auch für aufstrebende Künstler, in kreative Prozesse: "Für uns alle ist es jetzt wichtig, Best-Practice-Beispiele und andere Tipps auszutauschen, die die Karriere derjenigen anschieben können, die neu ins Musikgeschäft kommen."

Wegen der Corona-Pandemie fällt die Musikmesse aus, die vom 2. bis 5. Juni wieder in Cannes hätte stattfinden sollen. Stattdessen soll eine Midem Digital Edition eine virtuelle Diskussionsplattform bieten. Der Termin für 2021 steht bereits: Dann wollen die Midem-Macher vom 1. bis 4. Juni 2021 wieder in Cannes "die Rückkehr der Musikbranche und den 55. Geburtstag der Midem" feiern, wie Deniot Ende März ankündigte.

Text: Knut Schlinger