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Clubverband sieht zwei Drittel aller Clubs und Discos vor dem Aus

Im Zuge der Corona-Krise warnt der Bundesverband deutscher Discotheken und Tanzbetriebe vor einer noch langen Durststrecke für Clubs und Discotheken. BDT-Präsident Hans-Bernd Pikkemaat fürchtet, dass vielen Betreibern die Luft ausgeht, und fordert einen Rettungsfonds.

25.05.2020 11:03 • von
Warnt vor einer drohenden Insolvenzwelle: BDT-Präsident Hans Bernd Pikkemaat (Bild: Bundesverband deutscher Discotheken und Tanzbetriebe)

Im Zuge der Corona-Krise warnt der Bundesverband deutscher Discotheken und Tanzbetriebe (BDT) vor einer noch lange währenden Durststrecke für Clubs und Discotheken und einer sich angesichts der Einschränkungen weiter dramatisch zuspitzenden Lage. BDT-Präsident Hans-Bernd Pikkemaat fordert dringend einen Rettungsfonds: "Clubbetreibern und Discothekenunternehmern geht die Luft aus." Hier drohe ein wichtiges Stück Kulturgut verloren zu gehen: "Ohne Hilfe werden zwei Drittel aller Clubs und Discos die Corona-Krise nicht überstehen", fürchtet der Präsident, der mit dem BDT zudem die Fachabteilung Discotheken im Dehoga-Bundesverband des Hotel- und Gastgewerbes stellt.

"Clubs und Discotheken waren nicht nur die ersten, die schließen mussten, sondern werden auch die letzten sein, die wieder an den Markt gehen." Die seit Anfang März verlorenen Umsätze könne die Club- und Discothekenbranche nicht mehr nachholen.

Um eine Insolvenzwelle in den Sommermonaten zu vermeiden, fordert der BDT nun einen Rettungsfonds mit direkten Finanzhilfen oder einer Fixkostenerstattung "nach österreichischem Vorbild", die Einführung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes auf Getränkeumsätze, zumindest aber auf Eintritts- und Garderobengelder sowie den Wegfall der Vergnügungssteuer: "Es ist nicht nachvollziehbar, dass diese antiquierte Bagatellsteuer in zahlreichen Gemeinden immer noch erhoben wird und zu einer erheblichen Wettbewerbsverzerrung und unzumutbaren finanziellen Belastung führt", meint Pikkemaat: "Clubs und Discotheken tragen maßgeblich zur Attraktivität und Lebensqualität einer Stadt oder Gemeinde bei und sind immer noch die beliebteste Freizeitbeschäftigung am Wochenende! Das soll auch nach Corona so bleiben!"