Handel

Laith Al-Deen: Unverkennbare Handschrift

Vier Jahre nach seinem letzten Nummer-eins-Album, »Bleib unterwegs«, veröffentlicht Laith Al-Deen über seinen neuen Labelpartner earMusic mit »Kein Tag umsonst« eine der besten Produktionen seiner Karriere.

22.05.2020 14:44 • von Norbert Schiegl
Laith Al-Deen präsentiert mit "Kein Tag umsonst" endlich ein neues Studioalbum (Bild: earMusic)

Vier Jahre nach seinem letzten Nummer-eins-Album, »Bleib unterwegs«, veröffentlicht Laith Al-Deen über seinen neuen Labelpartner earMusic/Edel mit »Kein Tag umsonst« eine der besten Produktionen seiner Karriere.

Kaum ein anderer Sänger in Deutschland verfügt über eine so markante und unverwechselbare Stimme wie Laith Al-Deen. Der 1972 in Karlsruhe geborene Musiker blickt inzwischen auf eine 20-jährige erfolgreiche Karriere zurück mit Nummer-eins-Alben wie »Für alle« (2004) und »Bleib unterwegs« (2016). Nun legt der Künstler mit »Kein Tag umsonst« nach einer Pause von vier Jahren endlich einen neuen Longplayer vor.

Und bereits die vorab veröffentlichten Songs, »Glaub an dich« aus der Feder von Johannes Falk und »Du bist es wert«, zeigten eindrucksvoll, dass seine Stimme heute prägnanter und ausruckstärker denn je klingt. Zwölf neue Songs enthält »Kein Tag umsonst«. Inhaltlich dreht sich alles um die Dinge, die Halt geben und einen im Leben verankern. In Zeiten großer Unsicherheiten eine hochwillkommene Standortbestimmung. Laith Al-Deen ruft in Zeiten des Wandels und der Selbstoptimierung dazu auf, einen Schritt zurückzutreten, das eigene Leben wieder schätzen zu lernen und sich auf das zu besinnen, was zählt.

Man hört Stücken wie »So nah« oder »Ein Wort« die 20-jährige Berufserfahrung an. Und hier liegt auch der besondere Reiz dieser Songs, die mit ihren thematischen Überlappungen immer wieder für Überraschungen beim Hörer sorgen. Vieles, von der Stimme bis hin zur perfekten, nie überfrachteten Instrumentierung, klingt vertraut, und doch ist »Kein Tag umsonst« ein Aufbruch in eine strahlende künstlerische Zukunft. Und das liegt vor allem an Nummern wie dem Opener »C'est La Vie« und der eindringlichen Midtempo-Hymne »Wenn du bei mir bist«, zwei Glanzstücken, in denen Laith Al-Deen auf überzeugende Weise tiefsinnige Sequenzen mit einer lebendigen Aufbruchsstimmung kombiniert.

Der Titelsong des Albums, bewusst am Ende der Platte platziert, ist ein weiterer Höhepunkt und ein bestechender Beweis für die von Laith Al-Deen perfektionierte Kunst, besinnliche Momente mit kritischen Untertönen anzureichern.