Unternehmen

ver.di fordert neue Hilfe für Solo-Selbständige

Aus Sicht von ver.di ist vor allem die Hilfe des Bundes an den tatsächlichen Bedürfnissen von Solo-Selbständigen vorbei gegangen. Die Gewerkschaft fordert daher ein neues Programm, dass sich passgenauer an der Lebensrealität ausrichten müsse.

22.05.2020 12:56 • von Marc Mensch
ver.di setzt sich für die Solo-Selbständigen in der Corona-Krise ein (Bild: imago images/ZUMA press)

ver fordert ein neues Hilfspaket für Solo-Selbstständige. Denn nach Darstellung der Gewerkschaft sei insbesondere das Bundesprogramm am Bedarf der meisten Solo-Selbstständigen vorbeigegangen, da mit ihm nur laufende Betriebsausgaben gedeckt werden dürften. Bei Solo-Selbständigen sei jedoch "Privates und Berufliches wirtschaftlich untrennbar miteinander verquickt und das eigene Einkommen eine laufende betriebliche Ausgabe", heißt es seitens ver.di. Daher sei ein passgenaues Hilfsprogramm aufzusetzen, "das genau diese Besonderheit berücksichtigt und bei dem die Hilfen unbürokratisch, bedarfsgerecht und schnell fließen", so ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christoph Schmitz in seiner Forderung gegenüber den Wirtschafts- und Finanzministern von Bund und Ländern. Die bisherige Corona-Soforthilfe läuft Ende Mai aus.

Unterdessen übt Sanne Kurz als Sprecherin "Kultur und Film" der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen heftige Kritik an der unlängst von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder verkündeten Ausweitung des Hilfsprogramms für Solo-Selbständige, das nun auch Künstler*innen offen steht, die nicht Mitglied der KSK sind. Nach wie vor seien zu viele Menschen ausgeschlossen und der von dem um 50 auf 140 Mio. Euro aufgestockten Programm abgedeckte Zeitraum von drei Monaten zwischen Mai und September sei zu gering. Das von ihr angeführte Paradebeispiel Baden-Württemberg wurde mit seiner Hilfspraxis für Solo-Selbständige auch schon von ver.di positiv hervorgehoben.