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Deutsche Grammophon lanciert neues Online-Forum

Die Deutsche Grammophon erweitert ihr Angebot durch das neue Online-Forum "DG Premium", das unter anderem mit kostenpflichtigen Live-Streams "von herausragenden audiovisuellen Produktionen oder Veranstaltungen mit Künstlern des Labels" aufwartet.

20.05.2020 12:53 • von Frank Medwedeff
Auch er ist via DG Premium zu bewundern: Daniel Barenboim (Bild: Holger Kettner)

Die Deutsche Grammophon (DG) hat ein neues Online-Forum geschaffen - "einen Ort, an dem klassische Musik lebendig wird und ihr Publikum große Aufführungen genießen kann", wie es aus Berlin heißt. "DG Premium" biete ab 20. Mai 2020 ein "exklusives Angebot für Klassikliebhaber" und lege dabei einen Schwerpunkt auf Produktionen in Konzertlänge. Weiterentwickelt aus dem Fanbereich "myDG" liefere DG Premium ein Basispaket von Video- und Audioaufnahmen, das für bisherige Abonnenten von myDG wie auch für neu registrierte Nutzer bis voraussichtlich Ende des Jahres kostenfrei zugänglich sein soll.

Ein Hauptelement des neuen Service werden demnach indes kostenpflichtige Live-Streams "von herausragenden audiovisuellen Produktionen oder Veranstaltungen mit Künstlern des Labels" sein. Dafür will die DG "in Kürze virtuelle Tickets" im neu geschaffenen Bereich "DG Stage" anbieten. Die DG bringe "die hohen globalen Online-Reichweiten des Labels ein, um Erlebnisse von Konzerten und Festivals zu ermöglichen, die sonst zurzeit abgesagt werden müssten".

Ab Juni wolle man den Vorhang "für eigens produzierte Liveaufführungen" öffnen. Auftreten werden unter anderem Anna Netrebko, Daniel Barenboim, Rudolf Buchbinder, Andris Nelsons und Rolando Villazón. Zudem könne man die wegen Corona eigentlich abgesagten Bayreuther Festspiele 2020 "in virtueller Form erleben". Das genaue Programm und den Online-Spielplan will die DG zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgeben. Zu einem Highlight von DG Stage gehöre die Vorab-Präsentation von "John Williams In Vienna", dem Mitschnitt eines Konzertes des bedeutenden Hollywood-Komponisten im Wiener Musikverein Anfang dieses Jahres, bei dem Williams die Wiener Philharmoniker und Anne-Sophie Mutter dirigierte für einen Konzertabend mit eigenen Werken.

"Seit ihrer Gründung vor mehr als 120 Jahren war Deutsche Grammophon stets eine Wegbereiterin, die klassische Musiker und ihr Publikum durch neueste Technologie zusammenbrachte", sagt Clemens Trautmann, Präsident Deutsche Grammophon. "Diese Rolle ist heute wichtiger denn je. Wir rufen DG Stage ins Leben, um unseren Künstlern die größte Reichweite zu garantieren und ihnen zugleich eine Plattform zur Verfügung zu stellen, auf der Fans und Klassikliebhaber ihre künstlerischen Leistungen auch durch Ticketkauf honorieren."

"Wir öffnen Menschen rund um den Globus und ganz gleich zu welcher Stunde einen Zugang zu spannenden audiovisuellen Konzerterlebnissen und geben ihnen die Möglichkeit, sich beliebte und legendäre Produktionen aus unserem Archiv anzusehen", so Trautmann weiter. DG Premium sei im Moment noch im "Beta-Stadium", werde sich aber in den nächsten Monaten weiterentwickeln. Bereits in seiner jetzigen Form komme der Service laut Trautmann "dem heutzutage so dringenden Wunsch nach dem Erlebnis von Liveaufführungen" entgegen, "den Künstler und Hörer gleichermaßen haben".

"Wir freuen uns darauf, die gute und erfolgreiche Zusammenarbeit mit allen unseren Partnern fortzusetzen, um unseren Künstlern neue Möglichkeiten zu erschließen und die großartige Welt der Klassik für Menschen global erlebbar zu machen", ergänzt Trautmann.

Zum Eröffnungsangebot von DG Premium zählen eine breite Auswahl an Longform-Videos, ein Discovery-Tool für den Zugang zu 120 Aufnahmen, "die die lange und abwechslungsreiche Geschichte des Gelblabels widerspiegeln" sollen, und ein Wissensspiel zur klassischen Musik. Unter den Videos von DG Premium, die regelmäßig aktualisiert werden sollen, findet sich zurzeit auch eine Auswahl aus »Moment Musical«, den neuen virtuellen Konzerten der Deutschen Grammophon aus dem Pierre Boulez Saal und dem Meistersaal in Berlin.

Zu sehen seien Aufführungen von Avi Avital, Daniel Barenboim, Seong-Jin Cho, Albrecht Mayer, Andreas Ottensamer und Anna Prohaska. Hinzu kommen Clubabende der Yellow Lounge sowie Aufführungen der Berliner Philharmoniker mit bedeutenden Dirigenten und Solisten, darunter Andris Nelsons, Yannick Nézet-Séguin, Lisa Batiashvili und Yuja Wang, dazu Dokumentationen über Maurizio Pollini, Daniil Trifonov und Mirga Grazinyté-Tyla oder Veranstaltungen wie das Konzert in der Verbotenen Stadt in Peking anlässlich des 120-jährigen Jubiläums der Deutschen Grammophon.