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Live Nation senkt Umsatzprognose und kürzt Managergehälter

Wegen der Corona-Krise sind bei Live Nation bislang 8000 Shows ausgefallen. Deswegen rechnet der Livekonzern mit einem Umsatzrückgang von rund 20 Prozent im ersten Quartal 2020. Zudem hat Live Nation in den meisten Märkten staatliche Hilfen beantragt und will auch mit Gehaltsreduzierungen Geld sparen.

14.04.2020 11:25 • von Dietmar Schwenger
Verzichtet auf drei Millionen: Michael Rapino, CEO Live Nation (Bild: Live Nation)

Wegen der Corona-Krise sind bei Live Nation bislang 8000 Shows ausgefallen. Dafür hatte der Livekonzern etwa 15 Millionen Tickets verkauft, wobei 90 Prozent dieser Karten jetzt Veranstaltungen betreffen, für die Live Nation bereits einen neuen Termin gefunden hat. Dennoch rechnet das börsennotierte Unternehmen mit einem Umsatzrückgang von rund 20 Prozent im ersten Quartal 2020.

Zudem hat Live Nation in den meisten amerikanischen, europäischen und asiatischen Märkten staatliche Finanzhilfen beantragt - unter anderem auch in Deutschland. Zudem will man auch mit Gehaltsreduzierungen Geld sparen. So geht der Lohn bei Senior Managern um 50 Prozent zurück, CEO Michael Rapino verzichtet kompett auf sein Gehalt, solange die staatlichen Hilfsmaßnahmen greifen. Auch mit anderen Maßnahmen will Live Nation sparen - unter anderem mit Neuverhandlungen von Mietverträgen und dem Verzicht oder der Reduzierung von Reise-, Reparatur oder Marketingausgaben.

Konkret bedeutet das für die Managementetage, dass etwa President Joe Berchtold statt mit einem Jahresgehalt von 1,3 Millionen nun mit 650.000 Dollar auskommen muss, während sich das Gehalt von Chief Accounting Officer Brian Capo von 363.500 auf 272.625 Dollar reduziert, der Lohn von General Counsel Michael Rowles von 800.000 auf 400.000 Dollar sinkt und Chief Financial Officer Kathy Willard eine Kürzung von 950.000 auf 475.000 Dollar hinnehmen muss. CEO Rapino verzichtet auf drei Millionen Dollar.

Mit der der zusätzlichen Liquidität durch die Hilffsprogramme, der Flexibilität bei den Schuldenvereinbarungen und den Kosteneinsparungen habe man die "finanzielle Stärke, um diese schwierigen Zeiten zu meistern", heißt es in einer Mitteilung. "Wir werden schnell in der Lage sein, alles wieder hochzufahren und die Zuschauer bei den Konzerten mit den Künstlern zu verbinden."

Nachdem Live Nation die Maßnahmen bekannt gegeben hatte, stieg der Aktienkurs am Ostermontag auf 37 Dollar pro Aktien, nachdem er Mitte März mit 21,70 Dollar auf den tiefsten Stand seit März 2019 gesunken war. Noch im Februar 2020 betrug der Kurs 76,60 Dollar pro Papier.