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Eventbrite entlässt 45 Prozent der Mitarbeiter

Wegen der Corona-Krise kann Eventbrite 45 Prozent der Mitarbeiter nicht mehr weiter beschäftigen. Ein Eventbrite-Sprecher spricht von einer "schweren Entscheidung und einem "schmerzhaften Schritt".

09.04.2020 10:35 • von Dietmar Schwenger
Von der Krise hart getroffen: Eventbrite-CEO Julia Hartz (Bild: Eventbrite)

Wegen der Corona-Krise kann Eventbrite 45 Prozent der Mitarbeiter nicht mehr weiter beschäftigen. Zusammen mit anderen Kosteneinsparungen will das Unternehmen dadurch mindestens 100 Millionen Dollar einsparen. Allerdings ergeben sich vor allem durch die Entlassungen Restrukturierungskosten von bis zu 14 Millionen Dollar, wie das Ticketingunternehmen mitteilt.

Wie "Billboard" erfahren haben will, kämen die meisten Betroffenen aus der Music Division, wobei Eventbrite Music der neue Markenname für das vor drei Jahren aufgekaufte US-Ticketingunternehmen Ticketfly ist.

Ein Eventbrite-Sprecher will auf Nachfrage von MusikWoche nicht kommentieren, ob auch Mitarbeiter aus Deutschland gehen müssen, wo das Unternehmen ein Büro in Berlin unterhält. "Als ein Unternehmen, das Menschen auf der ganzen Welt auf Veranstaltungen zusammenbringt, wurden wir - wie die gesamte Livebranche auch - von der globalen COVID-19 Pandemie hart getroffen", erläutert der Sprecher.

"Um langfristig handlungsfähig zu bleiben, haben wir die schwere Entscheidung getroffen, unsere globale Belegschaft um 45 Prozent zu reduzieren. Das war ein schmerzhafter Schritt für uns; viele Kollegen werden unser Unternehmen verlassen. Wir lassen sie in dieser ohnehin schon anstrengenden Zeit aber nicht alleine. Jeder von ihnen erhält eine Abfindung, wir zahlen ihre Krankenversicherung zunächst weiter, und wir werden ihnen aktiv dabei helfen, neue Jobs zu finden", so der Sprecher weiter.

Er betont: "Diese Krise ist ein harter Test für Menschen auf der ganzen Welt. Niemand weiß heute, wann diese Pandemie vorüber sein wird. Aber wenn wir uns wieder ohne Furcht treffen können, werden wir da sein. Mit einer starken Plattform für Veranstalter, auf der sie ihr Geschäft wieder aufbauen können. Damit die Livebranche wieder blühen kann."

Brancheninformationen zufolge hätten die Veranstaltungsverbote zu einer Liquiditätskrise bei Eventbrite geführt. Der Aktienkurs fiel seit Ende Februar 2020 um gut 60 Prozent.