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Lieberberg fordert Moratorium für Rückerstattung

Marek Lieberberg, CEO Live Nation GSA, wendet sich an die Branche und bittet um Zustimmung "zu einem dringend erforderlichen Moratorium für die Rückerstattung von Vorverkaufsgeldern bei Verschiebungen". Ebenfalls wichtig sei die staatliche Unterstützung.

02.04.2020 15:15 • von Dietmar Schwenger
Bittet um Verständnis der Politik: Marek Lieberberg, CEO Live Nation GSA (Bild: Live Nation)

Marek Lieberberg, CEO Live Nation GSA, wendet sich im Gespräch mit der Agentur "teleschau" an die Branche: "Es geht hier in erster Linie um Zustimmung zu einem dringend erforderlichen Moratorium für die Rückerstattung von Vorverkaufsgeldern bei Verschiebungen. Nicht weniger wichtig ist die staatliche Unterstützung der vielen Dienstleister wie Ordner, Helfer, Techniker und anderer, die den Ausfall nicht lange durchstehen können. Nur so kann der folgenreiche Zusammenbruch der gesamten kulturellen Infrastruktur verhindert werden."

Dem Veranstalter ist klar: "Diese Krise rüttelt an den Fundamenten eines Segments, das essenzielle kulturelle, soziale und gesellschaftliche, aber auch wirtschaftliche Bedeutung für unser Leben und einen Teil seiner besonderen Qualität ausmacht. Wir stemmen uns mit Macht und unter Einsatz aller Mittel gegen den Sturm, sind aber zumindest auf Verständnis der Politik angewiesen."

Auch die Kartenkäufer könnten ihren Teil zur Rettung beitragen, erklärt Lieberberg der "teleschau": "Da die Karten für Konzerte, die aufgrund dieser Pandemie verschoben werden, Gültigkeit behalten, erwarten wir von allen Fans der Live-Musikkultur, auf eine Rückerstattung zu verzichten. Dies ist nicht übertrieben und stützt die gesamte Musikindustrie, zu der Veranstalter, Künstler, Hallen und die vielen Dienstleister gehören."

Ob große Festivals wie Rock am Ring und Rock im Park, die Live Nation für CTS Eventim veranstaltet, überhaupt verschoben werden können, ist dabei eine große Frage, wie Lieberberg ausführt. "In allen Fällen müssen erst die Verfügbarkeit der Spielstätten und der Künstler geprüft werden. Das kann eine Wartezeit in Anspruch nehmen. Für diese Dauer darf die Geduld der Ticketkäufer vorausgesetzt werden. Bei den Zeiträumen, die bereits in normalen Situationen zwischen Vorverkaufsstart und den Konzertterminen liegen, sollte notfalls eine Verschiebung bis zu einem Jahr wirklich zumutbar erscheinen."

Nach derzeitigem Stand sollen Rock am Ring und Rock im Park am ersten Juni-Wochenende wie geplant stattfinden, so verkünden es jedenfalls die jeweiligen Websites der Festivas. "Tickets werden nach wie vor, allerdings in verminderter Frequenz, verkauft", fügt Lieberberg an.