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TikTok arbeitet angeblich mit kurzfristigen Labeldeals

Die Betreiber des TikTok-Netzwerks haben wohl einen Lizenzvertrag mit den drei Musikmajors Universal Music, Sony Music und Warner Music sowie BMG und Kobalt vereinbart. Allerdings soll es sich bei dem Abkommen um einen Deal mit nur kurzer Laufzeit handeln.

01.04.2020 12:36 • von
Schnell wachsendes Netzwerk: zwischen der Bytedance-Tochter TikTok und der Musikwirtschaft scheinen auch weiterhin nicht alle Lizenzfragen geklärt (Bild: tiktok.com, Screenshot)

Mit der Indie-Lizenzplattform Merlin hatte das Kurzvideoportal TikTok bereits Ende Januar 2020 einen Vertrag vereinbaren können, der das gesamte Repertoire der Merlin-Mitglieder für die weltweite Nutzung auf TikTok verfügbar macht. Nun haben die Betreiber des TikTok-Netzwerks angeblich auch Lizenzverträge mit den drei Musikmajors Universal Music, Sony Music und Warner Music sowie mit BMG und Kobalt vereinbart, wie das US-Branchenmagazin "Billboard" mit Verweis auf informierte Kreise berichtet.

Allerdings soll es sich bei den Abkommen um Deals mit einer kurzen Laufzeit von weniger als 18 oder 24 Monaten handeln. So würden die Musikunternehmen zunächst die weitere Entwicklung des schnell wachsenden Onlinedienstes aus der Bytedance-Firmenfamilie abwarten wollen.

Allerdings weiß "Billboard" in Hinblick auf die Verlagsseite auch zu berichten, dass David Israelite als CEO des US-Musikverlegerverbands NMPA die Zusammenarbeit zwischen den Publishern und TikTok weiter kritisch sieht: Zwar gebe es wohl verschiedene Verträge, der Umfang der Musiknutzung über TikTok aber würde weit über deren Umfang hinausgehen.

Auf europäischem Terrain hatten die TikTok-Betreiber Mitte 2019 zunächst die britische Schiedsstelle für Lizenzstreitigkeiten angerufen, um einen Zwist mit PRS, STIM und GEMA und deren Plattform ICE zu klären. Mitte Dezember hieß es dann, dass die Parteien zunächst versuchen wollten, den Zwist über ein Schlichtungsverfahren zu lösen.