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Impala präsentiert Zehn-Punkte-Plan

Binnen weniger Tage hat die vom Impala-Verband eigens eingerichtete Covid-19 Task Force die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf den Independent-Sektor in ganz Europa unter die Lupe genommen. Nun stellt der Dachverband der unabhängigen Musikunternehmen Europas ein Positionspapier vor - und mahnt beim Gesetzgeber Eile an.

25.03.2020 11:33 • von
Komplexes Gebilde: der Impala-Notfallplan umfasst EU-weite Maßnahmen ebenso wie nationale Nothilfepakete und Aktionen der Musikwirtschaft selbst (Bild: Impala)

Binnen weniger Tage hat die vom Impala-Verband eigens eingerichtete Covid-19 Task Force die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf den Independent-Sektor in ganz Europa unter die Lupe genommen. Nun stellt der Dachverband der unabhängigen Musikunternehmen Europas ein zehn Punkte starkes Positionspapier vor - und mahnt bei den Gesetzgebern auf europäischer und auf nationaler Ebene Eile an. Die erarbeiteten Eckpunkte sollen als Katalog möglicher Maßnahmen dazu beitragen, die von der Krise als eine der ersten Branchen schwer getroffenen Musikwirtschaft vor mittel- und langfristigen Schäden zu bewahren.

"Dies ist ein dringender Aufruf zum Handeln", betont Impala-Geschäftsführerin Helen Smith. "Kleine Unternehmen, Künstler und Freiberufler brauchen Unterstützung." Dabei sei "ein gemeinsamer Ansatz in ganz Europa" von entscheidender Bedeutung, wie Smith in Hinblick auf den koordinierten Ansatz der Indies herausstreicht. "Anreize für künftiges Wachstum sind ebenfalls Teil des Plans. Niemand sollte zurückgelassen werden." Beim Impala-Verband verweist man zudem auf die Bedeutung der gesamten Kultur- und Kreativwirtschaft, die 4,4 Prozent zur europaweiten Bruttowertschöpfung beitrage und für zwölf Millionen Vollzeitarbeitsplätze stehe.

In dem zehn Punkte umfassenden Katalog geht es dann um europaweite ebenso wie um nationale Maßnahmen, aber auch um flankierende Aktionen aus der Musikwirtschaft und dem Kultursektor selbst. Unterm Strich steht dabei unter anderem, staatliche Beihilfen zu vereinfachen und durch finanzielle Spielräume unternehmerische Aktivitäten zu erhalten.

Zudem fordern die Impala-Indies klare Entscheidungen über Absagen und Verbote von Veranstaltungen, was den betroffenen Akteuren zum Beispiel in Hinblick auf Ansprüche gegenüber Versicherungen helfen würde. Es gehe unter anderem darum, nationale Maßnahmen in Hinblick auf Notfallprogramme zu koordinieren, aber auch um EU-weite Kreditgarantien und einen europäischen Krisenfonds speziell für kleinere Akteure, um nicht zu erstattende finanzielle Unterstützung und zinslose Kredite.

Im Musiksektor selbst sehen die Impala-Indies unter anderem die Verwertungsgesellschaften am Zug - hierzulande hatten GEMA und GVL bereits erste Maßnahmen auf den Weg gebracht - aber auch die Betreiber von Digitalplattformen könnten etwas beitragen, zum Beispiel durch schnellere Lizenzzahlungen und mögliche Vorschüsse. Und schließlich sollten die Radio- und Fernsehsender auf nationaler Ebene sich auf die jeweils heimischen Künstler konzentrieren.

"Um zu einem wirksamen Sicherheitsnetz beizutragen, sollte die EU genau beobachten, was auf nationaler Ebene geschieht", sagt auch die Impala-Vorstandsvorsitzende Francesca Trainini. Italien sei dabei nur ein erstes Beispiel für einen zusammenbrechenden Musiksektor.

Den gesamten Zehn-Punkte-Plan halten die Indies auf den Impala-Onlineseiten bereit.

Text: Knut Schlinger