Livebiz

AktionTicketBehalten bittet Konzertpublikum um Hilfe

Konzertagenturen aus den Bereichen Folk und Weltmusik rufen mit der gemeinsamen Initiative #AktionTicketBehalten dazu auf, "in Solidarität mit Kulturschaffenden" gekaufte Konzertkarten für wegen der Coronakrise abgesagte Gigs zu behalten - und das Eintrittsgeld somit als Spende zur Verfügung zu stellen.

25.03.2020 12:22 • von Frank Medwedeff
Mitinitiatorin der Aktion: Musikerin und Agenturleiterin Gudrun Walther (Bild: artes Konzertbuero)

Die nach eigenen Angaben "führenden" deutschen Konzertagenturen aus den Bereichen Folk und Weltmusik rufen mit der gemeinsamen Initiative #AktionTicketBehalten dazu auf, "in Solidarität mit Kulturschaffenden" gekaufte Konzertkarten für wegen der Coronakrise abgesagte Gigs zu behalten - und das Eintrittsgeld somit den Künstlerinnen und Künstlern als Spende zur Verfügung zu stellen.Beteiligt sind die Firmen Music Contact, Magnetic Music, Bonna Music, Laviola, CPL/Nordic Notes, MIRA Konzerbüro, HeimatPR - the home for artists, Highland Blast/Firestone Music, Concert Connections und artes Konzertbuero..

Bezüglich des Ziels der Eindämmung des Coronavirus zeigen sich die Agenturen "zu hundert Prozent solidarisch". Aber für Musiker und Veranstalter kleinerer Konzerte sei die Lage jetzt besonders ernst. Bei Veranstaltungen aus dem Bereich "Folk/Weltmusik/akustische Musik/Singer-Songwriter" handele es sich um Konzerte, zu denen demnach in der Regel 150 bis 700 Zuhörer kommen. Die Umsätze reichten hier nicht aus, "um belastbare Rücklagen zu bilden". "Wenn jetzt alle Einnahmen für mindestens zwei, höchstwahrscheinlich mehr Monate wegbrechen, stellt das die Künstlerinnen und Künstler vor ein existentielles Problem", wie die Initiative bekräftigt.

Zwar habe die Bundesregierung den Kulturschaffenden staatliche Unterstützung zugesagt, "an eine ausreichend schnelle finanzielle Hilfe glauben die Akteure der Musiksparte jedoch nicht", wie die beteiligten Agenturen betonen.

"Von einer Steuerstundung können wir nicht überleben", sagt Gudrun Walther, freischaffende Musikerin und zugleich Leiterin des an der Aktion beteiligten artes Konzertbueros.

Mit #AktionTicketBehalten stehen deshalb die Kunstschaffenden der Folkmusik-Szene "in der schweren Krise zusammen und rufen Musikfans zur Unterstützung auf"

Der besonders enge Kontakt zum Publikum sei in dieser Musiksparte nicht nur durch die Intimität der kleineren Veranstaltungsorte begründet, er liege vor allem im Wesen der Musik, die "nicht abgehoben und von Grund auf nah an den Menschen dran" sei, wie die Initiative betont. "Die Konzertbesucher identifizieren sich mit der Musik und haben keine Scheu , in den Dialog mit uns Künstlern zu treten", so Gudrun Walther, die zudem die Treue vieler Anhänger über Jahre hervorhebt.

Die Teilnahme möglichst zahlreicher Fans an #AktionTicketBehalten soll laur den Initiatoren dazu beitragen, dass Deutschland auch in Zukunft "eine lebendige Musikszene und ein reichhaltiges Konzertangebot" behält, und dass die Musikerinnen und Musiker und auch deren Veranstalter und Agenturen "noch da sind, wenn diese Pandemie ausgestanden ist".