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BMG wächst prozentual zweistellig

BMG verzeichnete im Geschäftsjahr 2019 prozentual zweistellige Zuwächse bei den Umsätzen und beim operativen Ergebnis. Die Bilanz des Bertelsmann-Mutterkonzerns belegt zudem, dass BMG bei den Einnahmen schneller wuchs als noch vor Jahresfrist.

24.03.2020 11:17 • von
Lag 2019 mit BMG erneut klar auf Wachstumskurs: CEO Hartwig Masuch (Bild: Barbara Dietl)

BMG verzeichnete im Geschäftsjahr 2019 prozentual zweistellige Zuwächse bei den Umsätzen und beim operativen Vorsteuerergebnis. Die Bilanz des Bertelsmann-Mutterkonzerns belegt zudem, dass BMG bei den Einnahmen schneller wuchs als noch vor Jahresfrist.

So konnte das von CEO Hartwig Masuch geleitete Musikunternehmen seine Umsätze von noch 545 Millionen Euro im Vorjahr um 10,1 Prozent auf nunmehr 600 Millionen Euro im Jahr 2019 steigern. Beim Operating EBITDA ging es derweil von 122 Millionen Euro im Jahr 2018 um 12,7 Prozent auf 138 Millionen Euro voran. Die EBITDA-Marge lag damit bei 23 Prozent und somit einen halben Prozentpunkt über dem Vorjahreswert von 22,5 Prozent.

Damit habe BMG "weiterhin deutliche Zuwächse" beim Umsatz und beim operativen Ergebnis vorzuweisen, "getragen von organischem Wachstum vor allem im Labelgeschäft, aber auch im Verlagsgeschäft", heißt es in der Bertelsmann-Jahresbilanz. Der digitale Umsatzanteil wuchs bei BMG von 52 Prozent im Vorjahr au nun 56 Prozent.

Im Labelgeschäft sei BMG in Schlüsselmärkten wie in Großbritannien oder den USA schneller gewachsen als der Gesamtmarkt, heißt es aus Berlin. Zudem habe das Unternehmen "erstmals seit der Neugründung" im Jahr 2008 mit Modern Recordings ein neues Label gestartet.

Als erfolgreiche Veröffentlichungen verweist die Bertelsmann-Bilanz im Recorded-Bereich auf Acts wie Jason Aldean, Blanco Brown, Keith Richards, Dido, The Cranberries, Andy Grammer, AJR oder Lil Dicky sowie auf Nummer-eins-Alben wie von Kylie Minogue, Jack Savoretti und Kontra K.

Im Verlagsgeschäft habe sich zudem "der besondere Fokus von BMG auf etablierte Künstlerinnen und Künstler" ausgezahlt, die "im Berichtsjahr für signifikante Erlösbeiträge" sorgten. Zudem habe man die Geschäftsbereiche Produktionsmusik, Film und Buch weiter ausgebaut und Portfolio um ein Künstlermanagement in Zusammenarbeit mit der Shelter Music Group erweitert.

Im Publishing verweist Bertelsmann auf Verlagsverträge mit AC/DC, mit Mick Jagger und Keith Richards von den Rolling Stones, mit Roger Waters oder mit Steven Tyler von Aerosmith, zudem war BMG verlagsseitig an Nummer-eins-Alben von unter anderem Bring Me The Horizon, Juice Wrld, 21 Savage, Johannes Oerding oder Lewis Capaldi beteiligt und nahm Künstler wie Neil Finn von Crowded House, Cage The Elephant und AnnenMayKantereit neu unter Vertrag, während Mick Jagger und Keith Richards ihre Verträge mit BMG verlängerten.

Das Unternehmen, das nach der Eröffnung einer Niederlassung in Hongkong und erweiterten Aktivitäten in Lateinamerika und Kanada nun 19 internationale Niederlassungen zählt, erzielte 50,2 Prozent der weltweiten Einnahmen im US-Markt. Im internationalen Ranking liegt Großbritannien mit einem Umsatzanteil von 16,6 Prozent auf dem zweiten Platz, gefolgt vom Heimatmarkt Deutschland mit 7,7 Prozent und Frankreich mit 5,7 Prozent. Auf die verbleibenden Länder Europas entfallen 10.9 Prozent der BMG-Umsätze, der Rest der Welt steuert weitere 8,9 Prozent zum Kuchen bei.

BMG-Mutter Bertelsmann erzielte bei einem Jahresumsatz von 18,029 Milliarden Euro ein Plus von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr und einen Rekordwert beim operativen Ergebnis, das mit 2,909 Milliarden Euro um 12,5 Prozent über dem Vorjahr lag. Erstmals stammten mehr als 50 Prozent der konzernweiten Einnahmen aus dem Digitalgeschäft.

Der Bertelsmann-Vorstandsvorsitzende Thomas Rabe sieht den Konzern derweil für die aktuelle Corona-Krise "gut gerüstet", wie er bei der Vorlage der Jahresbilanz betonte: "Wir sind ertragsstark, verfügen über eine hohe Liquidität, eine komfortable Eigenkapitalquote. Die Ratings sind unverändert und im Investmentgrade-Bereich." Mit der breiten Aufstellung seiner Geschäfte sei Bertelsmann !"weniger anfällig für konjunkturelle Schwankungen" und könne weiter in die Zukunft investieren, "ohne an die Substanz zu gehen".

Text: Knut Schlinger