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Bertelsmann-Jahresumsatz erstmals zu mehr als 50 Prozent aus Digitalgeschäft

Bertelsmann hat heute seine Geschäftszahlen für 2019 vorgelegt und sieht sich für die Corona-Krise gut gerüstet.

24.03.2020 08:56 • von Jochen Müller
Der Bertelsmann-Vorstandsvorsitzende Thomas Rabe sieht den Konzern für die Corona-Krise gut aufgestellt (Bild: Bertelsmann)

Bereits vor gut einer Woche hatte die zum Bertelsmann-Konzern gehörende RTL Group ihre Jahreszahlen vorgelegt und dabei bekannt gegeben, man werde den Fokus künftig auf den Streamingbereich legen (wir berichteten). Wie der Gesamtkonzern jetzt bei der Bekanntgabe seiner Bilanz für das vergangene Jahr betont, habe man mit einem Anteil des Digitalgeschäfts am Gesamtumsatz von 51 Prozent erstmals über der Zielvorgabe von 50 Prozent gelegen.

Insgesamt erzielte Bertelsmann einen Jahresumsatz von 18,029 Mrd. Euro - ein Plus von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr - und einen Rekordwert beim operativen Ergebnis, das mit 2,909 Mrd. Euro um 12,5 Prozent über dem des Vorjahres lag.

Die Begründung für das Wachstum liefert der Vorstandsvorsitzende Thomas Rabe: "Hinter der guten Geschäftsentwicklung steht eine Reihe von erfolgreichen Maßnahmen. So baute die RTL Group ihre Streamingangebote weiter aus. Ziel ist es, im Jahr 2025 fünf bis sieben Millionen zahlende Abonnenten zu erreichen. Die vollständige Übernahme von Penguin Random House stärkt unser Kerngeschäft langfristig. Wir werden die Geschäfte von Penguin Random House in den nächsten Jahren weiter ausbauen, auch akquisitorisch. Die sehr gute operative Performance von Arvato setzte sich auch im abgelaufenen Geschäftsjahr vor allem durch den Ausbau der Geschäfte im Bereich E-Commerce unseres Logistikdienstleistungsgeschäfts weiter fort. Das erste Geschäftsjahr für das neugegründete CRM-Unternehmen Majorel verlief erfreulich. Positiv entwickelte sich auch die Bertelsmann Education Group mit einer Ergebnisverdopplung. Wir profitieren von einer weiterhin hohen Nachfrage nach digitalen Bildungsangeboten."

Für die wirtschaftlichen Herausforderungen in der aktuellen Corona-Krise sieht sich Bertelsmann gut gerüstet. Rabe: "Wir haben in der Corona-Krise viele Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit unserer Mitarbeiter getroffen. Bertelsmann ist gut gerüstet. Wir sind ertragsstark, verfügen über eine hohe Liquidität, eine komfortable Eigenkapitalquote. Die Ratings sind unverändert und im Investmentgrade-Bereich. Mit der breiten Aufstellung unserer Geschäfte sind wir weniger anfällig für konjunkturelle Schwankungen und können weiter in unsere Zukunft investieren, ohne an die Substanz zu gehen."

Zur Bedeutung der Medien erklärte Rabe: "Allen Medien kommt in dieser außergewöhnlichen Situation gesellschaftliche und systemrelevante Bedeutung zu. Wir sind Teil der kritischen Infrastruktur in Deutschland, die es gerade jetzt aufrechtzuerhalten und zu unterstützen gilt. Wir informieren seriös und unterhalten Millionen von Menschen, die sich zur Eindämmung der Corona-Virus-Ausbreitung nie dagewesenen Einschnitten in ihr Privat- und Berufsleben ausgesetzt sehen."