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Carsten Brosda lädt zum kulturellen Hamstern ein

In Sachen Krisenmanagement ist Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda in der Coronavirus-Krise vorn mit dabei. Der Maßnahmenkatalog kann dabei von Grundsicherung über Kurzarbeitergeld bis hin zu Sofortzahlungen reichen. Darüber hinaus ist für Brosda klar, was man hamstern darf.

23.03.2020 11:35 • von
Hat neben institutionellen Hilfsmaßnahmen für den Kultursektor auch individuelle Möglichkeiten im Visier: Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (Bild: Bertold Fabricius)

In Sachen Krisenmanagement ist Carsten Brosda in der Coronavirus-Krise vorn mit dabei. Das zeigte der Senator für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg nun unter anderem im Gespräch mit der "Welt am Sonntag". Hier deutete Brosda an, woran die Hansestadt derzeit arbeitet, um auch die Zukunft der Kultur- und Kreativschaffenden in Hamburg zu sichern.

"Es gibt schon jetzt ein Auffangnetz mit der Grundsicherung für Selbstständige als unterste Linie", sagte Brosda. Hinzu komme, dass Hamburg bereits zuvor geförderte Institutionen nun zusätzlich so ausstatten wolle, dass "Gehälter, Honorare und anderes ausgezahlt werden können, so weit das möglich ist". Darüber hinaus wolle man prüfen, ob man Richtlinien auch so ausdehnen könne, dass auch bislang nicht geförderte Projekte unterstützt werden können. "Dann gibt es hier Sofortzahlungen, und die nicht als Kredit, sondern als Zuschuss. Auch für Solo-Selbstständige - und damit auch für viele Künstlerinnen und Kreative", stellt Brosda in der "WamS" in Aussicht. Hinzu kämen Instrumente wie Kurzarbeiterlösungen, "damit Unternehmen auch im Kulturbereich sich einiger Kosten entledigen können".

Darüber hinaus ist für Brosda klar, dass quasi jeder im privaten Bereich etwas fürs Kulturleben tun kann: "Platten und Bücher darf man hamstern", betont Brosda. "Und das wiederum möglichst beim Händler um die Ecke, denn die meisten haben ein Online-Angebot eingerichtet oder wenigstens eine Telefonnummer geschaltet für eine Bestellung. So sorgt man dafür, dass auch diese Kulturorte noch da sind, wenn wir diese Krise hinter uns lassen." Er freue sich "schon jetzt darauf, wieder vor einem Bücher- oder Plattenregal zu stehen, in einem Theater zu sitzen oder in einem Club zu tanzen - und Dinge zu entdecken, die ich bis dahin nicht einmal gesucht habe".

Vor ziemlich genau einem Jahr hatte Carsten Brosda im Gespräch mit MusikWoche erläutert, was Musik für die Stadt und ihre Kultur bedeutet, wo Hamburg in die Szene investiert, und wie er zu Clubkonzerten von traurigen Männern mit Gitarre steht.

Text: Knut Schlinger