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Krisenstab der LiveKomm ruft zu Solidarität auf

Die LiveMusikKommission (LiveKomm) hat am 13. März einen Krisenstab Corona gegründet, um die deutsche Club- und Festivallandschaft zu stützen und zu retten. Bis zu etwaigen Maßnahmen des Bundes und der Länder wollen sich die kleinen und mittleren Kulturbetriebe selbst helfen.

18.03.2020 16:29 • von Dietmar Schwenger
Hat einen Krisenstab eingerichtet: Axel Ballreich von der Livekomm (Bild: Concertbüro Franken)

Die LiveMusikKommission (LiveKomm) hat am 13. März 2020 einen Krisenstab Corona gegründet, um die deutsche Club- und Festivallandschaft zu stützen und zu retten. Bis zu etwaigen Maßnahmen des Bundes und der Länder wollen sich die kleinen und mittleren Kulturbetriebe selbst helfen.

In dem Krisenstab engagieren sich derzeit Clubbetreiber und Netzwerkakteure aus Hamburg, Berlin, Bremen, Bayern, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Sachsen, Baden-Württemberg und Niedersachsen. Gemeinsam hat man erste Handlungsempfehlungen an die knapp 600 Mitglieder verschickt, um Clubinsolvenzen zu verhindern.

Zum anderen hat der Krisenstab eine Blitzumfrage initiiert, an der innerhalb von zwei Tagen mehr als 250 Clubbetreiber teilnahmen. "Die Ergebnisse geben einen ersten Eindruck der Auswirkungen der Krise auf den Clubbereich", heißt es aus Hamburg. "Schon letzte Woche, also noch vor den bundesweiten Schließungen, belief sich der prognostizierte Schaden auf über 1,7 Millionen Euro." Ein Update der Umfrage sei für die nächsten Wochen geplant.

Aktuell starten bundesweit zahlreiche Club-Netzwerke mit Spenden- und Crowdfunding-Aktionen, um kurzfristig Hilfsmittel für die gefährdeten Musikspielstätten zu sammeln. Auch der LiveKomm-Krisenstab entwickelt zusammen mit der Clubcommission Berlin und dem ClubKombinat Hamburg eine Kampagne, die neben der Unterstützung der Clubkultur auch zur gesamtgesellschaftlichen Solidarität aufruft. So sollen acht Prozent der Spenden an gemeinnützige Aktionen verteilt werden. Hinzu kommen zahlreiche Solidaritätsaktionen der Clubs oder seitens von Unterstützern.

"Der neu gegründete Krisenstab wird sich die nächsten Wochen, wenn nicht gar Monaten mit den Rettungsmaßnahmen beschäftigen müssen", sagt Axel Ballreich, 1.Vorsitzender der Livekomm. "Die herausgegebenen Handlungsempfehlungen sind ein erster Schritt, um auf die Gefahr hinzuweisen und einer möglichen Insolvenz vorzubeugen. Wir möchten das Publikum zudem aufrufen, die aktuellen Rettungsmaßnahmen der Netzwerke zu unterstützen und gerade bei Tickets von nunmehr nicht stattfindenden kleinen Clubshows von einer Erstattung abzusehen."