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Coronavirus beschäftigt die ILMC

Am ersten Konferenztag der ILMC blieb der Coroanavirus ein zentrales Thema. Ein Höhepunkt des Abendprogramms am 4. März war die traditionelle Dutch Impact Party.

05.03.2020 10:07 • von Dietmar Schwenger
Eröffnete die Konferenz: ILMC-Chef Greg Parmley (Bild: MusikWoche)

Am ersten Konferenztag der International Live Music Conference (ILMC) blieb der Coroanavirus ein zentrales Thema. So kam der ILMC-Chef Greg Parmley bei der Begrüßung der Fachbesucher im Tagungshotel Royal Garden am 4. März 2020 in Anspielung auf die steigende Anzahl der Infizierten auch in London mit einer Atemschutzmaske auf die Bühne, die er aber rasch ablegte und davor warnte, sich von der Hysterie und Panikmache in einem Teil der Medien anstecken zu lassen.

Gleichwohl räumte Parmley ein, dass die Zahl der Absagen bei den Delegierten von 80 am Vortag auf nun 105 gestiegen sei. Nicht mitgezählt sind dabei Fachbesucher, die sich angemeldet haben, aber bislang noch nicht bei der ILMC erschienen sind. Die tatsäche Anzahl der nicht nach London gekommenen Fachbesucher lasse sich deswegen erst am Ende der Konferenz ermitteln. Er rechne aber mit einem No-Show-Anteil von zehn Prozent der registrierten Delegierten, so Parmley im Gespräch mit MusikWoche.

Beim ersten Panel, dem traditionellen Open Forum, war das Coronavirus zwar nicht das einzige, aber doch das wichtigste Thema. "Es wird teuer sowie unangenehm und die gesamte Branchealle betreffen", fürchtet die Agentin Emma Banks (CAA). Phil Rodriguez von Move Concerts kritisierte indes, dass einige Firmen ihren Mitarbeitern Dienstreisen verboten hätten: "Was senden wir denn für ein Signal an unsere Kunden aus, wenn wir selber nicht mehr auf Veranstaltungen gehen?"

eps-Geschäftsführer Okan Tombulca meldete sich zu Wort und wandte ein, dass man vielleicht andere schlechte Nachrichten in der Presse bräuchte, damit beim Thema Coronavirus wieder Normalität einzieht. "The show must go on", betonte Tombulca.

Ein anderes Thema beim Open Forum im voll besetzten großen Panelraum des Hotels war der Brexit. Emma Banks befürchtet, dass künftig zwar weniger die Aus- und ein Einreise von Acts zum Problem werden könnte, wohl aber der Transport von Ausrüstung und Bühnenproduktion in Trucks über die Grenze von und nach Europa.

Bei der Runde "Industry Invest: High Stakes" sprachen unter anderem der AEG-Europachef Alex Hill und der deutsche Finanzexperte Matthias C. Just von der Mayland AG über die Auswirkungen und Möglichkeiten von weiteren Beteiligungen an der Livebranche. So strich Hill heraus, dass man in die Livebranche in ihrer jetzigen Struktur besser investieren könne, Dadurch könnten etwa europaweit die benötigten, neuen Arenen entstehen.

Eine Reise in die Vergangenheit unternahmen indes der einstige Manager von Acts wie den Dire Straits, Scott Walker oder Bryan Ferry, Ed Bicknell, und sein Gast Peter Rudge. Der legendäre Manager und Agent erzählte bei Bicknells jährlichem "Late Breakfast Meeting" aus seiner Zeit mit The Who, den Rolling Stones, Duran Duran oder Lynyrd Skynyrd, bei dessen Flugzeugabsturz er nur wegen eines anderen Termins nicht in der Unglücksmaschine saß.

Zwischen den Panels und Workshops gab es auch Zeit zum Netzwerken, zudem hatte Christoph Scholz ausgewählte Geschäftspartner in seine Suite im Royal Garden eingeladen. Am Abend fand die elfte Ausgabe des niederländischen Showcaseformats "The D-Factor Impact Party" statt, die erstmals im Hotel Baglioni über die Bühne ging. Hier begrüßte Bas Reeders vom Dutch Music Export die zahlreichen ILMC-Delegierten, bevor dann die Bands 45AcidBabies, Ten Times A Million und DeWolff jeweils eine halbe Stunde lang spielten und Getränke sowie Speisen gereicht wurden.

Weitere Netzwerkmöglichkeiten ergaben sich bei den spielerisch-sportlichen Events, die die ILMC jedes Jahr ausrichtet. So fanden bis weit nach Mitternacht die Wettbewerbe "It's A Copout: The Cheapest Game Show In Town, "The 'Call My Bluff' Texas Hold 'Em Poker Tourney" und "The 'It's a Knockout!' Table Football Cup" statt.