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BVMI erwirkt einstweilige Verfügung gegen Streaming-Betrüger

Auf Betreiben des Bundesverbands Musikindustrie (BVMI) hat das Landgericht Berlin eine einstweilige Verfügung gegen den Betreiber von Followerschmiede.de erlassen. Die in Deutschland ansässige Website bot die Erzeugung von Fake-Streams an.

03.03.2020 11:19 • von Jonas Kiß
Setzt sich für den Schutz des Markts ein: Florian Drücke (Bild: Christoph Söder)

Auf Betreiben des Bundesverbands Musikindustrie (BVMI) hat das Landgericht Berlin eine einstweilige Verfügung gegen den Betreiber der Website Followerschmiede.de erlassen. Das gaben der BVMI und der internationale Dachverband IFPI (International Federation of the Phonographic Industry) am 3. März 2020 bekannt.

Demnach bot die in Deutschland ansässige Website die Erzeugung von Fake-Streams an. Mithilfe von Followerschmiede.de wurde die Häufigkeit, mit der ein Musikstück tatsächlich über einen Audiostreamingdienst gehört wurde, in illegaler Weise in die Höhe getrieben. Die einstweilige Verfügung des Landgerichts Berlin ordnete nun die Unterlassung des Angebots an.

Das Verfahren ist Teil der Strategie der Musikindustrie, aktiv gegen Manipulationen im Streamingbereich vorzugehen. Bereits im vergangenen Sommer hatten sich der BVMI und IFPI gemeinsam mit ihren Mitgliedsunternehmen einer breiten Koalition von Akteuren der Industrie zur Bekämpfung von Betrügereien angeschlossen. Dazu gehören Majors, unabhängige Labels, Verlage, Onlineplattformen und Künstlerorganisationen. Sie unterzeichneten einen sogenannten "Code of Best Practice", mit dem Ziel, Manipulationen zu erkennen, zu verhindern und deren Auswirkungen auf den Markt zu verringern.

Streamingbetrug oder entsprechende Versuche seien ein Thema, das die gesamte Branche betrifft, weil es um das Vertrauen in die digitalen Angebote gehe, betont der BVMI-Vorstandsvorsitzende Florian Drücke: "Als BVMI setzen wir uns bekanntlich von jeher kompromisslos für den Schutz des legalen Marktes ein und dafür, dass betrügerische Aktivitäten unterbunden werden. So auch in diesem Umfeld. Das aktuelle Verfahren sollte von vergleichbaren Diensten als Signal verstanden werden. Vor allem sollte kein Zweifel daran bestehen, dass die Interessen des gesamten Musik-Ökosystems in diesem Punkt vollständig übereinstimmen."

Und Frances Moore, Geschäftsführerin der IFPI, fügt hinzu: "Diejenigen, die Musik schaffen, müssen für ihre Arbeit und ihre Investitionen fair und korrekt entlohnt werden." Dies werde laut Moore durch die Manipulation von Streams verhindert, "unter anderem, indem die Genauigkeit der Charts beschädigt und Lizenzzahlungen an Musikschaffende verhindert werden; sie kann deshalb nicht toleriert werden". Streamingplattformen müssten eine robuste technische Lösung für dieses Problem finden. "Wie die Aktion in Deutschland beweist, ist die Musikindustrie bereit, rechtliche Schritte gegen solche Websites einzuleiten. Dies wird auch weiterhin geschehen, wo immer es notwendig ist", so Moore weiter.