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Wirtschaftsministerium verweigert bislang Hilfsprogramm für Livebranche

Die wegen des Coronavirus' von möglichen Konzertabsagen und zurückgehenden Ticketverkäufen bedrohte Livebranche soll vom Bundeswirtschafsministerium vorerst keine Konjunkturprogramme erhalten.

02.03.2020 12:52 • von Dietmar Schwenger
Stellt zunächst keine Konjunkturprogramme in Aussicht: Peter Altmaier (Bild: Steffen Kugler, BPA)

Die wegen des Coronavirus' von möglichen Konzertabsagen und zurückgehenden Ticketverkäufen bedrohte Livebranche soll vom Bundeswirtschafsministerium vorerst keine Konjunkturprogramme erhalten. Das bekräftigte der Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Peter Altmaier, in der Zeitung "Die Welt", nachdem der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV) am 28. Februar 2020 vor einem "wirtschaftlichen Kollaps" gewarnt hat.

BDKV-Präsident Jens Michow betonte in einem Offenen Brief, dass "jetzt auch die deutschen Konzert- und Tourneeveranstalter vielfach um ihre Existenz bangen", nachdem in Norditalien und der Schweiz größere Musik- und Sportveranstaltungen nicht mehr stattfinden dürfen, und auch in Deutschland bereits erste Messeveranstaltungen wie die ITB in Berlin abgesagt wurden.

Michow schrieb weiter: "Wir beobachten bereits seit einigen Tagen einen erheblichen Einbruch bei den Kartenverkäufen, und Inhaber von Karten versuchen zunehmend, diese gegen Erstattung des Eintrittsgeldes zurückzugeben." Auch verwies er darauf, dass zwei börsennotierte Unternehmen des Wirtschaftszweigs bereits Kurseinbrüche in zweistelliger Höhe hätten hinnehmen müssen.

Innerhalb einer Woche etwa fiel der Aktienkurs von CTS Eventim um rund 20 Prozent auf etwa 47 Euro. Derzeit scheint sich der Rückgang jedoch zu verlangsamen: Am 2. März ging das Papier im Vergleich mit dem letzten festgestellten Kurs des vorigen Handelstags um 3,05 Prozent zurück - konkret um 1,46 Euro auf gegenwärtig 46,38 Euro.

Der BDKV hatte sich daher an das Bundesministerium für Wirtschaft gewandt und auf die zu erwartenden Probleme hingewiesen. "Für den Fall der Fälle benötigen wir dringend ein Hilfeprogramm, welches schnell greifen muss."

Dieses hat Altmaier nun vorerst abgelehnt. Allerdings sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz der "Welt", dass die Bundesregierung alle Kraft hätte, um "schnell, entschieden und stark zu reagieren, sollte es zu schweren Verwerfungen in der Weltwirtschaft kommen, weil etwa weltweit Märkte und Produktionsstätten beeinträchtigt werden".