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Schweizer Musikmarkt weiter auf Gipfelkurs

In der Schweiz wuchs das Geschäft mit Recorded Music im vergangenen Jahr um 7,5 Prozent. Damit fuhr der schweizerische Musikmarkt das höchste Plus seit 1999 ein. MusikWoche fragte ausgewählte Player, ob sich dieser Trend halten lässt, und was international dominierte Playlists für heimische Acts bedeuten.

28.02.2020 14:30 • von
Anfang Februar legte die IFPI Switzerland ihre Bilanz vor. Die Musikunternehmen in der Schweiz setzten demnach 2019 mit der Vermarktung von Recorded Music 183,5 Millionen Franken um, ein Plus von 7,5 Prozent. (Bild: Marisa 04, Pixabay)

In der Schweiz wuchs das Geschäft mit Recorded Music im vergangenen Jahr um 7,5 Prozent. Damit fuhr der schweizerische Musikmarkt das höchste Plus seit 1999 ein. MusikWoche fragte ausgewählte Player, ob sich dieser Trend halten lässt, und was international dominierte Playlists für heimische Acts bedeuten.

»Das Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft, denn vergleichbare Märkte wie Schweden und Norwegen sind unser Gratmesser«, zeigt sich Ivo Sacchi als Managing Director von Universal Music Switzerland zuversichtlich, dass sich die Entwicklung im Schweizer Musikmarkt, der im vierten Jahr in Folge ein Umsatzplus verbucht, auch 2020 fortschreiben lässt. »Zudem ist der Amazon-Prime-Musikservice in der Schweiz noch nicht lanciert.« Anders aber als im Vorjahr dominierten 2019 internationale Hits die Schweizer Jahreshitparade. Sollte sich nicht mehr Musik aus schweizerischer Produktion in den Streamingdiensten prominent platzieren lassen? »Die Forderung nach mehr Support respektive Visibilität für die Schweizer Künstler ist nicht neu«, weiß Sacchi auch aus seiner langjährigen Erfahrung an der Spitze des nationalen IFPI-Branchenverbands. »Auch gibt es für Schweizer Musik nach wie vor zu wenig Möglichkeiten, in Mood- und Genre-Playlisten aufgenommen zu werden.«

Bei Warner Music blickt Stefania Lorenzetto, Managing Director Marketing Switzerland, »auf ein erfolgreiches Jahr« zurück: »Vor allem unsere internationalen Künstler waren 2019 sehr stark. So war Ed Sheeran nicht nur der meistgestreamte Künstler aller Zeiten, sondern stellt mit >Shape Of YouDance Monkey079She Got Me< in die Top 10. Und bei den 50 meistverkauften und gestreamten Hits waren vier Schweizer Songs vertreten - 2018 waren es drei. Eine erfreuliche Entwicklung. Schweizer Musik hat Potenzial.«

Es sei aber dennoch wichtig, »dass die Streamingplattformen Schweizer Playlists anbieten, um die einheimischen Songs einem breiten Publikum zugänglich zu machen«, betont Tebaldi. »Und eine wichtige Rolle spielen nach wie vor die Radios.« So gebe es mit den Sendern der öffentlich-rechtlichen SRG eine freiwillige Vereinbarung, dass sie je nach Sender eine gewisse Quote an Schweizer Musik spielen. »Es wäre wünschenswert, wenn auch die privaten Radiosender mehr Schweizer Musik senden würden, statt das bereits überall bekannte internationale Hitrepertoire.«

Text: Knut Schlinger