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Charts KW 09: Gzuz rappt sich an die Spitze

In den Top 100 Longlay katapultiert sich der Hamburger Rapper Gzuz mit seinem gleichnamigen Album direkt an die Spitze. Und durch die ebenfalls hohen Einstiege von Finch Asozial, Prinz Pi und Jamule finden sich vier Deutschrap-Alben in den Top 5. Bei den Singles liegt The Weeknd mit "Blinding Lights" weiterhin vorn.

21.02.2020 15:54 • von Frank Medwedeff
Brettert von null auf eins: Gzuz (Bild: Pascal Kerouche)

In den Top 100 Longplay der Offiziellen Deutschen Charts katapultiert sich der Hamburger Rapper Gzuz mit seinem gleichnamigen Album direkt an die Spitze. Für den 31-Jährigen ist dies hier insgesamt schon die vierte Nummer eins: Er siegte zuvor bereits gemeinsam mit Bonez MC mit High & hungrig 2" (2016), mit dem Sampler 4" als Mitglied der 187 Strassenbande (2017) sowie mit seinem 2018er Soloalbum Wolke 7".

Den anhaltenden Deutschrap-Boom dokumentieren auch die Top-5-Einstiege von Finch Asozial mit Finchi's Love Tape" auf Position zwei, von Prinz Pis Wahre Legenden" auf der Drei sowie von Jamule mit LSD" auf Listenplatz fünf. Dazwischen schiebt sich noch der kanadische Popstar Justin Bieber, dessen Longplayer Changes" auf Position vier Einzug ins deutsche Chartsgeschehen hält.

Das nächste Deutschrap-Album folgt auf dem Fuße: Denn Friedrich Kautz alias Prinz Pi taucht unter seinem anderen Alter Ego Prinz Porno Mit Abstand" auf Rang sechs und damit ein zweites Mal in den Top 10 auf. An siebter Stelle debütiert The Slow Rush" von der australischen Band Tame Impala. Billie Eilish sinkt mit When We All Fall Asleep, Where Do We Go?" von sechs auf acht, kann sich aber zumindest als einziger Top-10-Act der Vorwoche noch unter den ersten Zehn halten. Denn mit der US-amerikanischen Progressive-Metal-Combo Psychotic Waltz und deren Veröffentlichung The God-Shaped Void" (Platz neun) und der deutschen Thrash-Metal-Instanz Kreator und deren Livealbum London Apocalypticon" (zehn) schließen sich weitere Neuzugänge an.

Immerhin im oberen Viertel der deutschen Albumhitliste debütieren noch Splid" von den norwegischen Schwermetallern Kvelertak (Rang zwölf), Weather", das Comebackalbum von Huey Lewis & The News (21), sowie Erstausgabe", der erste Longplayer des Moka Efti Orchestra, das mit seinen spektakulären Auftritten in der Fernsehserie "Babylon Berlin" populär geworden ist.

Die Vertriebsfirmenauswertung zu den Longplaycharts sieht Universal Music mit 52,0 Prozent Marktanteil souverän vorn, Warner Music liegt mit 27,7 Prozent an zweiter Stelle vor Sony Music (15,3 Prozent), Believe/GoodToGo (2,6 Prozent) sowie Kontor/Edel (1,0 Prozent).

Bei den Singles listen die Chartsermittler von GfK Entertainment unverändert Blinding Lights" von The Weeknd an der Spitze des Feldes. Dahinter rangieren hier drei Deutschrap-Singles: Luciano ist mit Mios mit Bars" auf Rang zwei der höchste Neueinsteiger der Woche und schiebt Joker Bra & Vize und deren Kollaboration Baby" (von zwei auf drei) sowie Samras aktuellen Hit Weiss" (von drei auf vier) jeweils um eine Stelle nach unten. Auf Platz fünf debütiert Billie Eilishs No Time To Die", der Titelsong des kommenden James-Bond-Films.

Albumchampion Gzuz hat es bei den Singles auch nicht völlig Verkackt", wie der Titel des Tracks mit Bonez MC als Kollaborationspartner suggeriert: Das Stück entert die Hitliste auf Rang sieben. Mozzik hätte es mit Auf Wiedersehen" um ein Haar auch direkt in die Top 10 geschafft angesichts seiner Direktlandung auf Position elf.

Universal Music beherrscht das Distributorenranking im Segment Singles mit einem Wochenanteil von 67,7 Prozent nach Belieben. Sony Music bringt es mit 19,9 Prozent auf den zweiten Platz. Die Top 5 vollzählig machen Warner Music (9,9 Prozent), Empire Distribution (1,3 Prozent) sowie Kontor/Edel (0,7 Prozent).

Die Bravo Hits 108" sind nicht aufzuhalten und übernehmen nach der ersten Verkaufswoche die Tabellenführung in den Top 30 Compilations. Die Schlagerchampions 2020" belegen nun den zweiten Platz. Zuvor stand die Kopplung zum Fernsehformat mit Moderator Florian Silbereisen fünf Wochen in Folge ganz oben - wie auch die "Schlagerchampions"-Ausgaben von 2018 und 2019. Darauf verweist Universal Music, zuständig für den Vertrieb der diesjährigen Folge des Joint-Ventures mit Sony Music in Zusammenarbeit mit Unikat music.

In der heißen Endphase der Karnevalssaison steigt Karneval der Stars 49" wieder von Position sechs auf drei. Einziger Neuzugang in dieser Chartsliste außer den "Bravo Hits 2018" ist auf Rang 13 Ross Antony präsentiert: Party 2020" aus dem Hause Telamo.

Sony Music übernimmt als Vertriebsfirma der aktuellen "Bravo Hits"-Folge mit 58,8 Prozent Marktanteil die Tabellenführung in der Firmenrangliste und verdrängt Universal Music (24,8 Prozent) an die zweite Stelle. Es folgen Warner Music (8,2 Prozent), Pavement Records (4,3 Prozent) und Zebralution (2,4 Prozent).