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Media-Tech Association zieht den Stecker

Das ganz heiße Ding sind optische Speichermedien längst nicht mehr. Angesichts der Entwicklung bei CDs, DVDs und Blu-rays haben die Mitglieder der Media-Tech Association denn auch bei ihrer nunmehr letzten Sitzung beschlossen, den Branchenverband aufzulösen.

19.02.2020 15:44 • von
Von der LP über die MC zur CD: die Mitglieder der Media-Tech Association deckten seit den frühen Nullerjahren die ganze Wertschöpfungskette der physischen Ton- und Bildtonträger ab, künftig macht sich noch die Vinyl Alliance für die Interessen der Brancher stark (Bild: media-tech.net, Screenshot)

Das ganz heiße Ding sind optische Speichermedien schon längst nicht mehr. Angesichts der Entwicklung bei CDs, DVDs und Blu-rays haben die Mitglieder der Media-Tech Association denn auch bei ihrer nunmehr letzten Sitzung beschlossen, den Branchenverband aufzulösen. Die Entscheidung fiel bereits im November 2019, allerdings gaben die Repräsentanten der Organisation erst jetzt den Schritt offiziell bekannt.

Im November 2001 hoben Gründerfirmen wie M2 (Schweden), ODME (Niederlande), Dr. Schenk (Deutschland), Singulus Technologie (Deutschland), Steag Hamatech (Deutschland) und Tapematic (Italien) die Media-Tech Association in Frankfurt/M. aus der Taufe. Zum Verband gehörten über Jahre hinweg führende Anbieter aus dem Bereich der Optical Discs aus Asien, Europa und den USA.

Ziel war es, eine "Plattform zum Austausch von Ideen, Marktentwicklungen und Trends im Bereich der physischen Datenspeicher" zu etablieren und "die unterschiedlichen Lizenzproblematiken" zu diskutieren, wie es nun rückblickend heißt.

Mit der Media-Tech Expo als internationaler Fachmesse für Herstellungstechniken auf dem Gebiet der Optical Discs feierte der Branchentreff der Organisation 2002 in Frankfurt/M. seine Premiere, "fast 200 Aussteller" hätten "mehrere tausend Besucher aus der ganzen Welt" angelockt. 2019 schloss sich die Media-Tech Expo zuletzt noch mit dem Branchentreff Making Vinyl kurz, der Vertreter von Presswerken, Ausrüstern, Plattenlabels, Verpackungsunternehmen, Vertrieben und Einzelhändlern zusammenbrachte.

"Das sich weiter verändernde Verhalten der Konsumenten mit einem weltweiten Anstieg der Verbreitung von Breitbandzugängen und damit auch von Onlinedienstleistungen hat einen deutlich Einfluss auf die Entwicklung der physikalischen Medien", weiß CDA-Geschäftsführer Frank Hartwig, der auch als Präsident der Media-Tech Association fungierte: "Unsere Mitgliedsunternehmen orientieren sich schon seit Jahren um und fokussieren ihre Aktivitäten auf neue Märkte. Nur die Langspielplatte für Musik, also die Vinylplatte, zeigt seit einigen Jahren wieder steigende Verkaufszahlen."

Passend dazu hatten einige der Mitgliedsunternehmen der Media-Tech Association zuletzt die Vinyl Alliance gegründet. Zu den Gründern zählen unter anderem GZ Media und MPO, aber auch Ortofon, Pro-Ject und Audio Technica oder Rebeat Innovation. Auch Sony Music und die Universal Music Group seien "inzwischen Mitglied".

Text: Knut Schlinger