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Universal Music legt zu und will an die Börse

Im Jahresbericht für 2019 verkündet Universal Music nicht nur, dass man den Umsatz um 14 Prozent auf 7,159 Milliarden Euro gesteigert habe, sondern auch, dass man weitere Minderheitenanteile verkaufen und bis spätestens 2023 an die Börse wolle.

13.02.2020 20:39 • von Dietmar Schwenger
Verkündet gute Zahlen und einen Börsengang: Lucian Grainge, Chairman & CEO Universal Music (Bild: Universal Music)

Im Jahresbericht für 2019 verkündet Universal Music nicht nur, dass man den Umsatz um 14 Prozent auf 7,159 Milliarden Euro gesteigert habe, sondern auch, dass man weitere Minderheitenanteile verkaufen und bis spätestens 2023 an die Börse wolle. Damit würde der Weltmarktführer Warner Music folgen. Der Major hatte zuletzt ebenfalls einen Börsengang angekündigt.

Zunächst aber will der Universal-Mutterkonzern Vivendi den Tencent-Deal abschließen: Eine Vereinbarung zur Übernahme von zehn Prozent der Anteile an Universal Music hatte Vivendi Ende 2019 mit dem chinesischen Konzern unterzeichnet. Bei einer Bewertung in Höhe von 30 Milliarden Euro spült dieser Deal Vivendi bereits drei Milliarden Euro in die Kassen. Ebenfalls fix zwischen den beiden Partnern ist eine Option auf den Kauf weiterer Anteile an Universal Music zum selben Preis, die bis zum 15. Januar 2021 gezogen werden kann. Hier winken also weitere drei Milliarden Euro.

Interessantes Detail: die nötigen Zustimmungen der Wettbewerbshüter zu diesem Einstieg habe man bereits bei allen relevanten Stellen eingeholt, heißt es in der Vivendi-Jahresbilanz.

In Kürze will Vivendi das Paket zudem erweitern, dabei geht es um einen gesondert verhandelten Einstieg Tencents als Minderheitsgesellschafter bei der chinesischen Niederlassung von Universal Music.

Unabhängig davon treibt Vivendi parallel den Börsengang der Universal Music Group voran: Man habe den Aufsichtsrat über laufende Verhandlungen über einen geplanten Verkauf von weiteren Minderheitsanteilen informiert, heißt es aus Paris. Ziel sei es, Universal Music bis spätestens 2023 an die Börse zu bringen - bei einer Bewertung von diesmal mindestens 30 Milliarden Euro. Acht Banken seien dazu bereits mit an Bord geholt worden. Bei Vivendi will man die möglichen Einnahmen unter anderem in ein umfangreiches Rückkaufprogramm für Aktien des Mutterkonzerns stecken.

Die aktuellen Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr bei Universal Music sprechen jedenfalls für die Attraktivität eines künftigen Universal-Papiers. So wuchsen die Gewinne vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 22,3 Prozent auf 1,124 Milliarden Euro.

Das Geschäft mit Recorded Music bei der Universal Music Group legt im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum um 11,6 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro zu - getrieben erneut von starken Zuwächsen beim Streaming. Die Erlöse kletterten hier um 21,5 Prozent auf 3,325 Milliarden Euro.

Überraschender ist, dass der Umsatz aus dem physischen Geschäft anders als in den Vorjahren nicht weiter einbrach, sondern ebenfalls wuchs - wenn auch in geringerem Maße als Streaming. So erbrachte der Verkauf von CDs, Vinyl und anderen mit Händen greifbaren Produkten 1,01 Milliarden Euro - ein Plus von 3,1 Prozent im Vergleich mit dem Vorjahr. Downloads hingegen fielen weiter zurück. Hier ging es um 23,2 Prozent abwärts auf einen Umsatz von 428 Millionen Euro, was durch die Zuwächse im physischen Bereich aber ausgeglichen werde, wie Universal Music mitteilt.

Der erfolgreichste Künstler auf den fünf großen Streamingplattformen - in alphabetischer Reihenfolge: Amazon, Apple, Deezer, Spotify und YouTube - war jeweils ein anderer, nämlich Taylor Swift, Billie Eilish, J Balvin, Post Malone und Daddy Yankee.

Auch die Zahlen aus dem Merchandise-Geschäft und sonstigen Umsatzfeldern lesen sich gut. Hier legte Universal Music um 73,7 Prozent auf nunmehr 489 Millionen Euro zu, was Universal Music den allgemeinen Zuwächsen im Livegeschäft und den stärker gewordenen Direct-To-Consumer-Verkäufen zuschreibt.

Im Verlagsgeschäft kommt die Universal Music Publishing Group mit einem Umsatz von 1,052 Milliarden Euro zum zweiten Mal in Folge über die Marke von einer Milliarde Euro - ein Plus von 9,2 Prozent, wobei auch der Publishing-Bereich von den Streamingzuwächsen profitiert.

Auch beim Vergleich des vierten Quartals 2019 mit dem Q4 von 2018 sieht es gut aus: Die Umsätze stiegen von 1,9 Milliarden Dollar auf 2,1 Milliarden Dollar - vor allem getrieben durch erneut starke Zuwächse im Streaminggeschäft, das im Vergleich mit den Werten von 2018 um 20 Prozent gewachsen ist Auch das Verlagsgeschäft stieg um 9,2 Prozent auf 1,052 Milliarden Euro.

Mitte 2018 hatte die Vivendi-Konzernspitze einen bereits angedachten Börsengang der Musiktochter noch zu den Akten gelegt - das Thema sei komplex, hieß es damals zur Begründung.