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Cirque Du Soleil und Live Nation bringen "Totem" nach München

Am 13. Februar feiert das von Cirque Du Soleil produzierte Stück "Totem" in München Premiere. Als Partner ist die Agentur Live Nation mit an Bord, die mit dem Zirkusunternehmen derzeit in Berlin auch an der Weltpremiere des Stücks "Nysa" arbeitet. Im Gespräch mit MusikWoche würdigt Artistic Director Johnny Kim die Rolle von Live Nation.

13.02.2020 14:42 • von Dietmar Schwenger
Bringt die Geschichte der Menschheit auf die Bühne: "Totem" von Cirque Du Soleil in München (Bild: MusikWoche)

Am 13. Februar 2020 feiert das von Cirque Du Soleil produzierte Stück "Totem" in München Premiere. Als Veranstaltungspartner ist die Agentur Live Nation mit an Bord, die mit dem kanadischen Zirkusunternehmen derzeit in Berlin auch an der Weltpremiere des Stücks "Nysa" im Theater am Potsdamer Platz arbeitet.

In München gastiert Cirque Du Soleil noch bis zum 22. März auf der Theresienwiese und führt dort jeden Abend in einem Zelt das zweistündige Stück "Totem" auf, das seit der Weltpremiere am 22. April 2010 in Montreal über 2800 Mal in über 45 Städten weltweit aufgeführt wurde und dabei bislang fünf Millionen Zuschauer erreichte. Zur Produktion gehört ein Ensemble aus 46 Akrobaten, Darstellern und Musikern aus 19 Ländern.

Regie führte Robert Lepage, der für die visuelle Umsetzung der beiden Peter-Gabriel-Tourneen "Secret World" von 1993 und "Growing Up" von 2002 verantwortlich war. "Totem" ist Robert Lepages zweite Show für Cirque du Soleil nach "KÀ" aus dem Jahr 2004. "Inspiriert durch die Schöpfungsgeschichten der ersten Menschen erforscht 'Totem" die Geburt und Evolution der Welt, die unablässige Neugier des Menschen und sein unentwegtes Verlangen, Höchstleistungen zu erbringen", sagt Lepage.

Als Artistic Director der Tourneeproduktion fungiert Johnny Kim, der im Gespräch mit MusikWoche die Rolle von Live Nation würdigt: "Wir entscheiden uns in jedem Land für einen Veranstalter, mit dem wir sehr gut zusammenarbeiten können. In Deutschland wie auch in vielen anderen Ländern ist das Live Nation." Die Beziehungen zwischen Cirque Du Soleil und Live Nation seien sehr angenehm, weil jeder wisse, wie der andere arbeitet. "Die Zusammenarbeit ist sehr einfach und komfortabel für uns. Die Expertise von Live Nation hilft uns, in Märkte wie Deutschland zu kommen."

Auf künstlerischer Seite hebt Kim die Aufgabe der Musik hervor: "Wir haben acht Live-Musiker, darunter zwei Sänger. Die Musik spielt bei 'Totem' eine wichtige Rolle, weil sie all das unterstützt, was auf der Bühne passiert. Gerade bei Akrobatik ist es entscheidend, dass die Musik bestimmte Momente hervorhebt - ganz genau wie bei Ballett, Oper oder Musiktheater, aber mit dem Unterschied, dass sie bei uns noch wichtiger ist, um das Geschehen auf der Bühne zu akzentuieren."

"Und was ich wirklich an unserer Musik liebe", so Kim weiter, "ist, dass sie etwa bei den Einradfahrerinnen Einflüsse aus der orientalisch-asiatischen Tradition aufgreift, weil die Künstlerinnen aus China kommen. Zugleich hat die Musik eine tiefe Verwurzlung in das afrikanische Feeling der Produktion, während die verwendeten Drums kulturell weltweit passen. Damit verbinden wir verschiedene Stile alle in einem Stück, ohne allzu wild zu klingen."

Weil die Musik alles unterstütze, was man auf der Bühne sieht, sei diese Hochzeit zwischen den Stilen und dem Bühnengeschehen so schön, findet Kim. "Ein anderes Beispiel dafür ist die 'Totem'-Nummer "Rings Trio", bei der es Bollywood-Melodien gibt, zugleich aber zeitgenössische Pop-Einflüsse. Weil wir die Entwicklung der Menschheit und des menschlichen Geistes darstellen, ist es großartig, so verschiedene Stile in der Musik zu haben, die bei "Totem" weder zu spezifisch noch zu breit angelegt ist. Das ist eines der Dinge, die ich bei dieser Produktion am meisten liebe."

Cirque du Soleil beschäftigt heute weltweit nahezu 4000 Mitarbeiter, darunter über 1300 Artisten. Allein am internationalen Hauptsitz in Montreal arbeiten fast 1500 Menschen. Seit dem Gründungsjahr 1984 haben gut 160 Millionen Zuschauer die Shows des Cirque du Soleil gesehen, wobei das Unternehmen seit 1992 keine Förderungen von öffentlicher oder privater Seite erhalten hat.