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Warner Music will wieder an die Börse

Gerade erst berichtete CEO Steve Cooper, dass die Warner Music Group die höchsten Quartalsumsätze der vergangenen 16 Jahre erzielen konnte. Diesen Rückenwind wollen die Eigner offenbar nutzen: Am 6. Februar nach Börsenschluss gab der Entertainment-Konzern seine Pläne für den Gang an die Börse bekannt.

07.02.2020 10:37 • von
Steht mit der Warner Music Group vor dem Gang an die Börse: CEO Stephen "Steve" Cooper (Bild: Warner Music Group)

Gerade erst berichtete CEO Stephen "Steve" Cooper, dass die Warner Music Group in den drei Monaten bis Ende Dezember die höchsten Quartalsumsätze der vergangenen 16 Jahre erzielen konnte. Und auch unterm Strich glänzte Warner Music mit um gleich 42 Prozent auf 122 Millionen Dollar wachsenden Nettogewinnen im ersten Fiskalquartal des Konzerngeschäftsjahres.

Diesen Rückenwind wollen die Eigner der Warner Music Group nun ganz offenbar nutzen: Am 6. Februar 2020 nach Börsenschluss gab der Entertainment-Konzern seine Pläne für den Gang an die Börse bekannt.

Die entsprechenden Papiere habe man bei der US-Börsenaufsicht, der Securities and Exchange Commission (SEC) eingereicht. Morgan Stanley, Credit Suisse und Goldman Sachs würden den Börsengang begleiten. Details zum Zeitplan für den Schritt aufs Parkett und zur angepeilten Preisspanne für die Aktien der Warner Music Group stehen indes noch nicht fest.

Für die Warner Music Group bedeutet der Vorstoß eine Rückkehr aufs Parkett: Schließlich hatte Leonard "Len" Blavatnik den Musikmajor nach der Übernahme durch seine Beteiligungsgesellschaft Access Industries im Frühsommer 2011 von der Börse genommen. Der Übernahmepreis lag damals bei 8,25 Dollar pro Aktie. Damit war das Papier allerdings nicht einmal mehr die Hälfte der 17 Dollar wert, die noch beim Börsengang am 11. Mai 2005 als Ausgabekurs aufgerufen wurden.

Der Börsengang damals fiel rückblickend in eine Phase, in der die Musikwirtschaft in die Krise geriet. Angesichts der derzeitigen Zuwächse vor allem im Streaming dürften die Aussichten für potenzielle Investoren heute freundlicher ausfallen.

Auch vor diesem Hintergrund lässt sich verstehen, dass Len Blavatnik und Access Industries auch weiterhin das Ruder in der Hand behalten wollen: So machen die bei der SEC eingereichten Papiere deutlich, dass die Eigner auch im Zuge eines Börsengangs eine Mehrheit der Stimmrechte der Warner Music Group behalten wollen.

Damit deckt sich der Vorstoß von Warner Music in diesem Punkt mit den Plänen des französischen Mischkonzerns Vivendi, der zwar dabei ist, einen milliardenschweren Anteil an seiner Musiktochter, der Universal Music Group, zu veräußern, dabei aber die Mehrheit am Unternehmen behalten will.

Text: Knut Schlinger