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IMUC sieht Handlungsbedarf bei Streamingerlösen

Angesichts der frisch aufgeflammten Diskussion um die Verteilung der Einnahmen aus dem Musiktreaming meldet sich auch der IMUC-Berufsverband der Künstlermanager und Consultants zu Wort. Dessen Vorsitzender Wolfgang Weyand sieht angesichts einbrechender Erlöse dringenden Handlungsbedarf und fordert vor allem Transparenz in Abrechnungsdingen.

28.01.2020 11:21 • von
Fordert Transparenz in Abrechnungsfragen: der IMUC-Vorsitzende Wolfgang Weyand (Bild: IMUC)

Angesichts der frisch aufgeflammten Diskussion um die Verteilung der Einnahmen aus dem Musiktreaming meldet sich auch der Interessenverband Musikmanager und Consultants (IMUC) als Berufsverband der Künstlermanager und Berater zu Wort. Dessen Vorsitzender Wolfgang Weyand sieht angesichts einbrechender Erlöse dringenden Handlungsbedarf und fordert vor allem Transparenz in Abrechnungsdingen.

Beim IMUC erinnert man zunächst daran, dass die aktuell in den Medien als "Aufstand der Stars" verhandelte Forderung namhafter Künstler gegenüber ihren Labels nicht die einzige Bemühung der Kreativen aus der Musikbranche sei, eine angemessene Beteiligung an den Streamingerlösen zu erzielen. "Seid fair! Vergütet die Künstler besser", hatte Weyand zum Beispiel bereits 2016 beim traditionellen IMUC-Empfang auf dem Reeperbahn Festival gefordert. Daran knüpfen die IMUC-Manager nun an.

Grundsätzlich sei dieser Vorstoß zu begrüßen, jedoch sei das Thema an sich für die kreativen Musikschaffenden schon seit Jahren von hoher Bedeutung. Beim IMUC verweist man denn auch auf ein "krasses Missverhältnis" zwischen den in Standard-Künstlerverträgen fixierten Streamingerlösen im Vergleich zu denen aus CD-Verkäufen oder Singledownloads: "Wir wissen aus vielen Gesprächen und Dokumenten, dass sich die Erlöse bei ausübenden Künstlern, Bands und Interpreten mit Beginn des Streaming-Zeitalters pulverisiert haben", sagt Wolfgang Weyand. "Gleichzeitig beobachten wir exorbitante Umsatzsteigerungen der Streamingportale. Von diesen Umsätzen kommt bei den Musikern, Interpreten und Musikproduzenten am wenigsten an. Deshalb wird die Forderung der Kreativen nach einer angemessenen Beteiligung immer lauter und es besteht dringender Handlungsbedarf."

Was nun genau eine "angemessene" Vergütung sei, lasse sich indes nur feststellen, wenn die beteiligten Plattformen und Labels die Abrechnungen und Wertschöpfungen endlich transparent gestalten, streicht Weyand heraus: "Es ist schlichtweg nicht nachzuvollziehen, warum die Erlösmodelle und Abrechnungen nicht transparent gestaltet werden, was technisch kein Problem ist."

Das vom Gesetzgeber vorgegebene System der gemeinsamen Vergütungsregeln, welches in anderen Kreativsparten funktioniert, liege im Bereich der Musikverwertung bis heute ungenutzt, obgleich Verbände wie IMUC oder DOMUS bereits vor einigen Jahren entsprechende Initiativen gestartet hätten. Insofern sei es dringend erforderlich, dass die beteiligten Kreativverbände und Vertreter sich zusammenfinden, um den vom Gesetzgeber vorgegebenen Weg nach Paragraph 36 Urheberrechtsgesetzes endlich umzusetzen, lässt der IMUC-Vorsitzende wissen. Der IMUC stehe bereit, entsprechende Gespräche zu führen.

"Bei der aktuellen Diskussion sollte man schließlich den Blick vor allem auf die Nachwuchskünstler mit Major-Deal richten, denen bereits am Anfang ihrer Karriere die Chance verbaut wird, über herkömmliche Verwertungsmethoden und Verträge adäquate Erlöse zu erzielen", heißt es abschließend aus den IMUC-Reihen.

Text: Knut Schlinger