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Grammy 2020: Billie Eilish räumt in allen Hauptkategorien ab

Bei der 62. Verleihung der Grammy-Awards am 26. Januar in Los Angeles gewann Billie Eilish fünf Preise. Zwei Auszeichnungen gingen an Künstler der Deutschen Grammophon. Weitere deutsche Kandidaten wie Apparat, Christian Thielemann oder Robert Russ kamen diesmal nicht zu Grammy-Ehren.

27.01.2020 11:38 • von Jonas Kiß
Die jüngste Gewinnerin aller Hauptkategorien: Billie Eilish (Bild: Kennet Capello)

Bei den 62.Grammy-Awards, die am 26. Januar 2020 im Staples Center in Los Angeles von der Recording Academy verliehen wurden, gewann Billie Eilish fünf Preise.

Die 18-Jährige setzte sich als "Best New Artist" durch und gewann mit ihrem Debüt "When We All Fall Asleep Where Do We Go?" in den Kategorien "Album Of The Year" und "Best Pop Vocal Album". Mit der Single "Bad Guy" räumte sie zudem als "Song Of The Year" und "Record Of The Year" ab.

Eilish ist damit die jüngste Künstlerin in der Geschichte der US-Musikpreise, die alle vier Hauptkategorien bei den Grammys für sich entschied.

Zusätzlich erhielt ihr Bruder Finneas den Grammy in den Kategorien "Best Engineered Album - Non-Classical" und "Producer Of The Year - Non Classical" für das Album "When We All Fall Asleep Where Do We Go?".

Eine weitere Gewinnerin des Abends war die Sängerin Lizzo, die mit acht Nominierungen ins Rennen ging und sich letztlich als "Best Pop Solo Performance", "Best Traditional R&B Performance" und "Best Urban Contemporary Album" durchsetzte.

Der im Vorfeld mit vier Nominierungen gehandelte Favorit Lil Nas X gewann mit seinem Hit "Old Town Road"als "Best Pop Duo/Group Performance" und "Best Music Video".

Ebenfalls zwei Grammys gingen an Lady Gaga für den Soundtrack zu "A Star Is Born" sowie an The Chemical Brothers für "Best Dance Recording" und "Best Dance/Electronic Album", wo sie unter anderem den deutschen Kandidaten Apparat mit "LP5" ausstachen.

Die Deutsche Grammophon kann sich derweil über Gewinner in Kategorien für klassische Musik freuen. So erhielt Hildur Guðnadóttir einen "Best Score Soundtrack for Visual Media"-Grammy für ihre Musik zur Serie "Chernobyl" . Als "Best Orchestral Performance" wurde "Norman: Sustain" von Gustavo Dudamel und dem Los Angeles Philharmonic ausgezeichnet.

Clemens Trautmann, Präsident von Deutsche Grammophon, freut sich über den Erfolg: "Unserem Streben nach Qualität entsprach immer auch der nachdrückliche Wunsch, außergewöhnliche und junge Künstler zu entdecken, zugleich eine Heimat der internationalen Ikonen unseres Genres zu sein und nicht zuletzt die Entstehung neuer Musik zu fördern."

Update: "Ich gratuliere den beiden Preisträgern der Deutschen Grammophon auf das Herzlichste zu ihren mehr als verdienten Grammy-Awards", ergänzt später Frank Briegmann. Der CEO & President von Universal Music Central Europe und der Deutschen Grammophon berichtet "von einer atemberaubenden Intensität" in Hinblick auf den prämierter Score von Hildur Guðnadóttirs zur Serie "Chernobyl". "Die junge Komponistin lotet damit erneut die Grenzen der klassischen Musik aus." Auch Gustavo Dudamel, Gewinner in der Kategorie Best Orchestral Performance, gehöre "trotz seiner jahrelangen Erfahrung an der Spitze des LA Phil ebenfalls zu einer jüngeren Generation von Klassik-Künstlern, die mit ihren innovativen Interpretationen wie auch mit dem Engagement für Education neue Maßstäbe setzen", sagt Briegmann. "Die Grammy Awards sind immer auch ein Trendbarometer zukünftiger Entwicklungen. Und so freue ich mich ganz besonders darüber, dass beide Preisträger mit zeitgenössischen Werken überzeugen konnten."

Sony-Classical-Produzent Robert Russ, der in der Kategorie "Best Historical Album" bereits auf die fünfte Nominierung innerhalb von vier Jahren kam, ging diesmal leer aus: "Mit dem erneuten Gewinn in der Kategorie 'Best Historical Album' hat es in diesem Jahr nicht geklappt, ich freue mich aber für die Produzenten und Ingenieure der Pete-Seeger-Edition, die in dem hochkarätig besetzten Feld mit dem Grammy ausgezeichnet wurden", erklärt Robert Russ, der 2018 in dieser Sparte gewann.

Eine Liste aller Sieger hält die Recording Academy auf den Grammy-Onlineseiten bereit.

Als Moderator führte Alicia Keys durch die Gala. Überschattet wurde der Abend vom Tod des Basketballspielers Kobe Bryant, der kurz vor Beginn der Gala bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben kam. Der ehemalige Star der Los Angeles Lakers hatte viele seiner NBA-Spiele im Staples Center absolviert. Einen bitteren Nachgeschmack lieferte zudem die Suspendierung von Grammy-Chefin Deborah Dugan rund eine Woche vor dem Event.