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Charts KW 05: Rapperinnen räumen ab

Wie GfK Entertainment bestätigt, führen erst zum zweiten Mal in der Chartsgeschichte - und erstmals seit 23 Jahren - bei Alben und Singles simultan Rapperinnen die Offiziellen Deutschen Charts an. Katja Krasavice siegt in den Top 100 Longplay mit "Boss Bitch", und die Top-Single heißt "Kein Wort", ein Duett von Juju und Loredana.

24.01.2020 16:26 • von Frank Medwedeff
Weiß, wie man sich effektvoll in Szene setzt: Katja Krasavice mit iihrem Nummer 1 Award (Bild: Katja Krasavice)

Wie GfK Entertainment bestätigt, führen erst zum zweiten Mal in der Chartsgeschichte bei Alben und Singles simultan Rapperinnen die Offiziellen Deutschen Charts an. Katja Krasavice siegt in den Top 100 Longplay mit ihrem Debütalbum Boss Bitch", und die Top-Single heißt Kein Wort", ein Duett von Juju und Loredana. Eine solche Konstellation gab es bislang nur 1997, als Tic Tac Toe mit dem Longplayer Klappe die 2te" und Sabrina Setlur mit der Single Du liebst mich nicht" zeitgleich die Hitlisten anführten.

Hinter YouTube-Star Katja Krasavice, die in Berlin schon den Nummer 1 Award der Offiziellen Deutschen Charts in Empfang nahm, schaffen es weitere Neueinsteiger auf das Podium der Top 100 Longplay. Eminem setzt sich mit seinem ohne Vorankündigung und vorerst nur digital veröffentlichtem Werk Music To Be Murdered By" sofort auf Rang zwei, gefolgt von Wirtz und dessen Unplugged II"-Album.

Raf Camora geht mit Zenit" beziehungsweise der Neuedition "Zenit RR" von eins auf vier bergab. Neuzugang auf Rang fünf ist The Serpent Rings", das 21. Studioalbum der englischen Hardrock-Institution Magnum.

Turbostaat rocken sich mit Uthlande" von null auf sechs. Für die restlichen Top-10-Alben zeigt der Pfeil hingegen nach unten. Und zwar geht es für Sarah Connors Herz Kraft Werke" (inklusive Herz Kraft Werke Live") von vier auf sieben, für Giovanni Zarrella und La Vita È Bella" von zwei auf acht, für die Platte" von Apache 207 von acht auf neun sowie für Kerstin Otts Ich muss dir was sagen" von sechs auf zehn.

Die Progmetaller Sons Of Apollo greifen mit MMXX" auf Rang elf ins Geschehen ein. Die US-amerikanische Sängerin Halsey ist mit Manic" neu dabei auf Position 13, und nächster Neueintrag ist dann am 19. Stelle X: The Godless Void And Other Stories" von ... And You Know Us By The Trail Of Dead. Immerhin im ersten Viertel der Top 100 debütieren auf Rang 23 Veto" von der in Suhl gegründeten und mittlerweile in Berlin ansässigen Punkrockcombo Radio Havanna sowie auf der 24 Circles", das posthume Album des am 7. September 2018 verstorbenen US-Rappers Mac Miller.

Universal Music behält die Führungsposition in der Vertriebsrangliste zu den Longplaycharts mit einem Wochenanteil von 38,1 Prozent. Warner Music sichert sich mit 27,0 Prozent den zweiten Rang vor Sony Music (18,8 Prozent), Believe/GoodToGo (7,3 Prozent) sowie Tonpool Medien (3,3 Prozent).

Bei den Singles sorgen die Berliner Rapperin Juju, die vor ihrer Solokarriere mit Nura das Duo SXTN bildete, und ihre Schweizer Genrekollegin Loredana mit ihrer Kollaboration Kein Wort" nicht nur durch ihre Direktlandung auf dem Chartsgipfel für Furore: Der Titel stellt laut GfK Entertainment mit 2,06 Millionen Abrufen auch einen neuen Rekord "als meistgestreamter Song eines weiblichen Acts am Release-Tag" auf.

Neu gelistet auf Rang zwei ist Big Drip", ein Track des Berliner HipHop-Künstlers Ufo361 mit US-Genrestar Future als Gast. Somit rutscht The Weeknd mit Blinding Lights" nach zweiwöchiger Regentschaft auf den dritten Platz zurück. Und ebenfalls um zwei Rangstufen nach unten führt der Chartsweg von Tones And I und ihrem Dance Monkey" (von zwei auf vier) sowie für Apache 207 auf seinem Roller" (von drei auf fünf).

Der dritthöchste Neuankömmling der Woche findet sich erst auf Rang 33, My Little Sunshine" von reezy.

Universal Music behauptet auch im Singles-Segment die Tabellenführung bei den Distributoren per Marktanteil von 48,4 Prozent. Sony Music ist hier die Nummer zwei (29,7 Prozent). Die Top 5 vervollständigen Warner Music (9,9 Prozent), Believe/GoodToGo (9,4 Prozent) sowie Kontor/Edel (1,4 Prozent).

Die Schlagerchampions 2020" behaupten die in der Vorwoche übernommene Führungsposition in den Top 30 Compilations. Bravo - The Hits 2019" verharrt an zweiter Stelle, während die Après Ski-Hits 2020" im Zuge verbesserter Schneelage zumindest in den höheren alpinen Gebirgsregionen von fünf auf drei steigen.

Einziger Neuzugang unter den ersten Zehn ist an siebter Stelle die Kopplung 50 Jahre ZDF Hitparade Vol 2".

Was die Vertriebswertung im Compilationbereich angeht, dominiert Universal Music hier weiterhin mit erdrückender Dominanz von 68,6 Prozent Wochenanteil. Sony Music kommt auf 15,2 Prozent, gefolgt von Warner Music (8,2 Prozent), Kontor/Edel (3,9 Prozent) und Pavement Records (2,8 Prozent).