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Ex-Grammy-Chefin erhebt schwere Vorwürfe

Deborah Dugan wirft der Recording Academy vor, sie habe die Grammy-Chefin beurlaubt, nachdem sie sich über sexuelle Belästigung und anderes Fehlverhalten beschwert habe.

22.01.2020 16:44 • von Jonas Kiß
Bringt die Recording Academy kurz vor den Grammys in Bedrängnis: Deborah Dugan (Bild: Recording Academy)

Deborah Dugan wurde am 17. Januar 2020 von ihrer Position als neuer President & CEO der Grammy-Awards von der Recording Academy freigestellt. Nun, einige Tage vor der Verleihung der US-Branchenpreise am 26. Januar, erhebt die geschasste Vorsitzende schwere Vorwürfe gegen die Organisation.

So schrieb Dugan in einer 44-seitigen Beschwerde an eine Behörde für Gleichstellung am Arbeitsplatz, dass sich die Recording Acadmey mit der Suspendierung an ihr gerächt habe. Dies berichtet unter anderem das US-Branchenmagazin "Billboard".

Demnach habe die Organisation sie beurlaubt, nachdem sie sich über sexuelle Belästigung, Unregelmäßigkeiten bei den Nominierungen für die Grammys und anderes Fehlverhalten beschwert habe.

In ihrer Beschwerde erklärt Dugan, dass sie gebeten worden sei, ihren Vorgänger Neil Portnow als Berater anzustellen, obwohl er offenbar eine ausländische Musikerin nach einem Auftritt in der Carnegie Hall vergewaltigt haben soll. Bereits am 22. Dezember 2019 habe die 61-Jährige zudem den Chef der Personalabteilung der Akademie per E-Mail darüber informiert, dass sie selbst von Joe Katz, einem beratenden Anwalt der Akademie, sexuell belästigt worden sei.

In dieser E-Mail habe sie unter anderem auch auf Unregelmäßigkeiten bei den Nominierungen für den Musikpreis hingewiesen, die auf eine von Männern dominierte Mentalität innerhalb der Organisation zurückgingen. Nach der E-Mail habe Sie die Akademie darüber informiert, dass sie rechtliche Schritte plane.

Die Berufung von Deborah Dugan hatten die Veranstalter der Grammy-Verleihung bereits im Mai 2019 verkündet. Damit rückte zum ersten Mal eine Frau an die Spitze der Recording Academy. Neil Portnow, der langjährige President & CEO der Recording Academy, geriet im Frühjahr 2018 bei der 60. Verleihung der US-Musikpreise im Zusammenhang mit der Diskussion ums Thema Geschlechtergerechtigkeit ins Visier der Öffentlichkeit. Damals meinte er sinngemäß, dass Frauen sich einfach mehr anstrengen müssten. Weibliche Führungskräfte aus dem Musikgeschäft forderten anschließend mehr Transparenz und Mitbestimmungsmöglichkeiten bei den Grammys.