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Pop Summit fühlt der Popförderung den Puls

Der BV Pop will mit dem Pop Summit 2020 den Stand der Dinge in der Popmusikförderung neu vermessen. Am ersten Kongresstag ging es darum, wie sich die Förderung der Popkultur in Deutschland und Europa verstetigen und fit für die Zukunft machen lässt.

22.01.2020 09:44 • von
Mit dabei bei der Eröffnung des Pop Summit 2020 in Köln (von links): Terry Krug (Clubstiftung Hamburg), Karsten Schölermann (LiveKomm), Katja Lucker (Musikcboard Berlin), Andrea Rothaug (BV Pop, RockCity Hamburg), Dieter Gorny (Initiative Musik) und Olaf Kretschmar (Berlin Music Commission) (Bild: MusikWoche)

Rund zehn Jahre nach der ersten Bundesfachkonferenz Plan Pop will der Bundesverband Popularmusik (BV Pop) mit dem Pop Summit 2020 am 21. und 22. Januar in den Räumen der IHK Köln den Stand der Dinge in der Popmusikförderung neu vermessen. Am ersten Kongresstag ging es darum, wie sich die Förderung der Popkultur in Deutschland und Europa verstetigen und fit für die Zukunft machen lässt. Zunächst aber sorgte ein Relikt aus der Vergangenheit für einen Fingerzeig: Die Entschärfung einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg brachte die Anreise einiger Teilnehmer kurz ins Stocken, konnte den Lauf der Dinge aber nicht nachhaltig behindern.

So berichteten die Veranstalter denn auch von gut 300 Teilnehmern - deutlich mehr als die rund 200 vor rund zehn Jahren.

Im Rückblick auf die vergangenen Jahre stellte Moderatorin Anja Backhaus zunächst jedoch fest, dass sich die Themen der Popförderung nicht grundlegend verändert hätten. So gehe es noch immer darum, Strukturen zu schaffen, Netzwerke zu knüpfen, Fördermittel zu verstetigen und auch den Export zu unterstützen. In der Begrüßungsrunde dankte Norbert Oberhaus, der als Vorstandsmitglied des BV Pop und Geschäftsführer der c/o pop den Kölner Pop Summit organisiert, zunächst den Unterstützern bei der Stadt Köln, der IHK und der Initiative Musik, als BV-Pop-Präsidentin strich Andrea Rothaug anschließend die Leistung von Oberhaus und seinem "Hammer-Team" heraus, die erst ab dem Herbst geplante Veranstaltung mit Einsatz und Leidenschaft ermöglicht hätten.

Als Ziel der bundesweiten Popförderung verwies Rothaug anschließend darauf, einen "freien und offenen Dialog" zwischen Politik und Verwaltung einerseits sowie den Kreativschaffenden und deren Partnern andererseits ermöglichen zu wollen. Denn Popkultur sei schließlich unterm Strich wichtig für eine freie Gesellschaft.

"Pop Summit ist richtig, Pop Summit ist wichtig", fasste anschließend Dieter Gorny als Aufsichtsratsvorsitzender der Initiative Musik die Lage zusammen, und begrüßte unter anderem den Grünen-Bundestagsabgeordneten Erhard Grundl, dessen Teilnahme am Pop Summit er aus Sicht der Popförderer als "sehr ermutigend" wertete. "Wir müssen neue Orte schaffen, sonst verlieren wir die Zukunft", fasste Gorny die Aufgaben der Popförderer zusammen. Es gelte, diese Botschaft herauszutragen, denn Popmusik sei ein wichtiges Stück Kultur.

Die Wünsche und Bedürfnisse der zahlreichen Akteure aus Pop, Musik und Institutionen wurden schließlich mit verschiedenen sogenannten Flashlights unter dem Motto "Popförderung - Das brauchen wir" in den Fokus gerückt.

Mit dabei waren Markus Graf (BV Pop), Jörg Heidemann (VUT), Robert von Zahn (Landesmusikrat NRW), Jacob Bilabel (Green Music Initiative), Bernd Schweinar (VPBy), Karsten Schölermann (LiveKomm), Selina Pavlitschek (popKW) und Franziska Pollin (LAG Soziokultur Brandenburg). Während VUT-Geschäftsführer Jörg Heidemann und der langjährige LiveKomm Vorsitzende Karsten Schölermann hier eine Verstetigung der Mittel für die Initiative Musik forderten, machte ein Blick in die Regionen deutlich, welches Potenzial es auf Landesebene noch gibt: So berichteten Selina Pavlitschek (popKW) und Franziska Pollin (LAG Soziokultur Brandenburg) von fehlenden Strukturen und Fördertöpfen mit einem Volumen zwischen 50.000 und 100.000 Euro.

Wie gut sind die Standorte der Musik- und Kreativwirtschaft in Deutschland heute aufgestellt sind, was sich in den vergangenen zehn Jahren entwickelt hat und was künftig getan werden sollte stand dann auf der Agenda eines Eröffnungspanels im großen Parlamentssaal der IHK, an das sich Impulsvorträge und Diskussionsrunden zu Themen wie Nachhaltigkeit oder Gender Gap anschlossen.

Ein abendlicher Empfang im historischen Rathaus der Stadt Köln und mit einer per Video eingespielten Grußbotschaft von Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker rundeten den ersten Tag des Pop Summit ab.

Text: Knut Schlinger