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Partys und Panels bei Eurosonic

Mit Keynotes unter anderem von Mark Mulligan (Midia), Richard Wernicke (Deezer) und der Dickins-Familie sorgte der zweite Tag von Eurosonic Noorderslag für Gesprächsstoff. Später kämpften verschiedene Networking-Events um die Gunst der Fachbesucher.

17.01.2020 08:45 • von Dietmar Schwenger
Luden ein zum Empfang der Schweizer: Jean Zuber und Albane Schlechter (beide Swiss Music Export) (Bild: MusikWoche)

Mit Keynotes unter anderem von Mark Mulligan (Midia), Richard Wernicke (Deezer) und der Dickins-Familie sorgte der zweite Tag von Eurosonic Noorderslag am 16. November 2020 für Gesprächsstoff. Den Anfang machte Mark Mulligan, der bei seiner gutbesuchten Keynote davon sprach, dass Streaming noch immer Wachstumspotenzial habe, auch wenn sich die Wachstumsraten verlangsamten.

"Die Nische ist der neue Mainstream", dozierte der Marktbeobachter zum Thema Aufmerksamkeitsökonomie. Die Prognose, dass Musik wie Wasser aus dem Hahn immer da sein würde, sei inzwischen zwar eingetreten, hätte aber auch zur Folge, dass die Konsumenten Musik bräuchten, aber nicht mehr lieben würden. Es sei viel schwieriger, dass die Leute auf diese Weise eine Beziehung zu einem Album oder einem Künstler aufbauen könnten.

Richard Wernicke, Head of Content Deezer, warb in seinem Keynote Interview für den Deezer-Ansatz "Make Streaming Fair", räumte aber ein, dass auch die von Deezer vorgeschlagene, pro Stream-basierte Abrechnungsmethode das Grundproblem von Streaming, dass auch größere Reichweiten für die Streamingbetreiber mehr Kosten verursachen, nicht lösen würde.

Zu den bestbesuchten Konferenzveranstaltungen am Eurosonic-Donnerstag gehörten wieder das traditionelle Festivalpanel, bei dem in diesem Jahr unter anderem Repräsentanten von Sziget, Exit und Paleo saßen, und eine Runde, in der der britische Agent Barry Dickins, sein im Managementgeschäft tätiger Sohn Jonathan und seine am Vortag als "Agentin des Jahres" ausgezeichnete Tochter Lucy aus dem Familien- und Geschäftsleben plauderten.

Don Pawley, Senior Vice President of Marketing & Insight Ticketmaster, stellte in seiner Präsentation eine Studie vor, laut der Fans verstärkt zu Events ins Ausland reisen würden. In Deutschland etwa kommen demnach zwischen zehn und 15 Prozent der Besucher nicht aus der Bundesrepublik.

Pawleys Vortrag ging am späten Nachmittag über in das traditionelle Get-together von Ticketmaster. Zu diesem Zeitpunkt kämpften allerdings verschiedene Networking-Events um die Gunst und Zeit der Fachbesucher. Unter anderem hatte der Hamburger Veranstalter Kingstar auf ein Boot eingeladen, während Olaf Furniss, Veranstalter des schottischen Showcasefestivals Wide Days, die Fachbesucher zu einer Whisky-Probe begrüßte. Ebenfalls gleichzeitig gingen auch noch das traditionsreiche ETEP Dinner und die Reception des diesjährigen Partnerlands Schweiz, organisiert vom Swiss Music Export, in der Stadsschouburg über die Bühne.

Hier trat dann im Anschluss an den Empfang die Schweizer Künstlerin Sophie Hunger auf. Bis etwa 1.00 Uhr fanden in den Clubs der Stadt dann die Showcasekonzerte statt. Vor Clubs wie der Vera bildeten sich rasch lange Schlangen. Gut besucht waren auch neue Spielstätten wie das Groninger Forum, das erstmals im Rahmen von Eurosonic Noorderslag bespielt wurde.

Der Abend war damit noch lange nicht zu Ende. Im Oblomov Cafe trafen sich vor allem die deutschen Delegierten, um den arbeitsreichen Tag bei guten Gesprächen und Kaltgetränken bis in die frühen Morgenstunden ausklingen zu lassen.