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Musikstreams knacken in Deutschland erstmals die Marke von 100 Milliarden

Die Zahl der über Audiostreamingdienste abgerufenen Songs wuchs 2019 in Deutschland auf 107 Milliarden. Laut GfK Entertainment und Bundesverband Musikindustrie habe sich Audiostreaming damit als umsatzstärkstes Format im deutschen Musikmarkt fest etabliert.

08.01.2020 11:46 • von
Audiostreaming hat sich laut BVMI und GfK Entertainment als umsatzstärkstes Format im deutschen Musikmarkt fest etabliert: Binnen zwei Jahren hat sich die Zahl der Abrufe beinahe verdoppelt. (Bild: Zahlen: GfK Entertainment & Bundesverband Musikindustrie; Grafik: MusikWoche)

Die Zahl der über Audiostreamingdienste abgerufenen Songs wuchs 2019 in Deutschland auf 107 Milliarden. Das zeigt eine Auswertung, die die Chartsermittler von GfK Entertainment und der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) am 8. Januar 2020 vorlegten. Im Jahr 2018 hatten die Marktforscher noch 79,5 Milliarden Streamingabrufe gezählt, 2017 waren es rund 56,4 Milliarden Streams. 2019 wuchs die Zahl der Streams somit um fast 35 Prozent.

Audiostreaming habe sich damit als umsatzstärkstes Format im deutschen Musikmarkt fest etabliert, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung von GfK und BVMI.

"Über einhundert Milliarden Audiostreams in Deutschland im Jahr 2019 - das ist nicht nur ein Meilenstein, man kann daran auch die weiterhin erhebliche Dynamik in diesem Bereich und damit die Akzeptanz bei den Musikfans ablesen", analysiert der BVMI-Vorstandsvorsitzende Florian Drücke: "Innerhalb von nur zwei Jahren, seit dem Jahr 2017, haben sich damit die Musikstreams annähernd verdoppelt." Das Streaming baue seine Position aus, aber auch andere Nutzungsformate blieben weiter relevant.

Damit bestätigt sich die Prognose des BVMI-Vorstandschefs, der die Marke von mehr als 100 Milliarden Streamingabrufen bereits nach neun Monaten des Jahres 2019 anvisiert hatte.

An Heiligabend und Silvester kam es zudem zu neuen Streamingrekorden: "Musikstreaming ist quer durch alle Genres beliebt - und die Playlisten liefen insbesondere zur Weihnachtszeit heiß", hat Mathias Giloth beobachtet, Geschäftsführer GfK Entertainment: "So haben, bereits schon traditionell, Heiligabend und Silvester auch 2019 mit 431 Millionen beziehungsweise 407 Millionen Abrufen neue Rekorde als bislang streamingreichste Tage aufgestellt." Anfang des Jahres habe die tägliche Abrufzahl teils noch bei unter 250 Millionen gelegen, erinnert Giloth. "Dies zeigt, welche enormen Sprünge in dem Format, das bereits seit 2014 Teil der Offiziellen Deutschen Charts ist, immer noch möglich sind."

Laut der GfK-Auswertung liegt in der Kategorie "Meistgestreamter Song eines Tages" jetzt "All I Want For Christmas Is You" von Mariah Carey vorn. Der moderne Weihnachtsklassiker kam demnach am 24. Dezember auf 3,2 Millionen Abrufe. "Last Christmas" von Wham! blieb an Heiligabend knapp unter der Marke von drei Millionen Abrufen und kommt damit im Ranking der binnen 24 Stunden am häufigsten gestreamten Lieder nun auf Rang vier. Zwischen den beiden Weihnachtshits rangieren die Raptracks "Ronin" von Bushido & Animus sowie "Tilidin" von Capital Bra & Samra.

In die Auswertung fließen werbefinanzierte und kostenpflichtige Musikstreams ab einer Länge von 31 Sekunden ein.

Schon zum Halbjahr 2019 hatte die Entwicklung im Digitalgeschäft hierzulande für eine Trendwende gesorgt: Nach Zahlen des BVMI erzielte die Branche im Geschäft mit Recorded Music von Anfang Januar bis Ende Juni ein Umsatzplus von 7,9 Prozent - der höchste Zuwachs seit 1993. Zwei Drittel der Einnahmen entfielen aufs Digitalgeschäft.