Unternehmen

TikTok-Eigner bringen Musikdienst Resso ans Netz

Gerüchte gab es bereits seit dem Frühjahr, nun hat der chinesische ByteDance-Konzern tatsächlich einen Musikstreamingdienst samt kostenpflichtiger Version gestartet. Als Testmärkte dienen Indien und Indonesien. Lizenzdeals mit den Musikmajors gibt es offenbar noch nicht.

11.12.2019 18:00 • von
Neues Gemeinschaftsgefühl: ByteDance will seinen kostenpflichtigen Musikstreamingdienst zunächst in Wachstumsmärkten wie Indien, Indonesien oder Brasilien lancieren (Bild: resso.app, Screenshot)

Entsprechende Gerüchte gab es bereits seit dem Frühjahr, nun hat der chinesische Konzern Beijing ByteDance Technology tatsächlich einen eigenen Musikstreamingdienst samt kostenpflichtiger Version gestartet. Als Testmärkte für das Resso genannte Angebot dienen Indien und Indonesien.

Dort soll die Resso-App laut Informationen des Nachrichtendienstes "Bloomberg" bereits seit einiger Zeit verfügbar sein, mit der Vermarktung allerdings hätte ByteDance allerdings erst kürzlich begonnen. Dennoch hätten die Marktbeobachter von Sensor Tower bereits 27.000 Nutzer gezählt, die die App installiert hätten.

Die TikTok-Schwester Resso lasse Nutzer unter anderem die Texte der aktuell abgespielten Songs mitlesen und erlaube direkte Interaktionen wie Kommentare, aber auch das Posten von GIFs oder Videos.

Resso wird demnach in einer Premium-Version, die Offline-Funktionalitäten und das werbefreie Hören von Musik umfasst, zum Monatspreis von 119 Indischen Rupien vermarktet. Zum Vergleich: Spotify startete sein Monatsabo in Indien Anfang Februar für 129 Rupien, drückte den Preis aber schnell auf die nun auch von Resso angepeilte Marke von 119 Rupien, YouTube Music startete im März für 99 Rupien. 119 Rupien entsprechen derzeit rund 1,52 Euro.

Lizenzdeals mit den Musikmajors gibt es offenbar noch nicht, aber indische Rechteinhaber wie T-Series oder Times Music sollen mit an Bord sein.

Resso sei derzeit noch in einer Beta-Testphase, bestätigte ein Sprecher gegenüber "Bloomberg". Man sei optimistisch in Hinblick auf das mittelfristige Potenzial der App.

ByteDance wolle seinen kostenpflichtigen Musikstreamingdienst zunächst in Wachstumsmärkten wie Indien, Indonesien oder Brasilien lancieren, in denen bezahlte Musikabos den Massenmarkt noch nicht oder nur teils erreicht haben, hieß es gerüchteweise bereits zuvor. In etablierten Märkten wie den USA wolle man erst später in den Wettbewerb mit Platzhirschen wie Spotify, Apple Music oder Amazon treten.