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GEMA steigt bei Zebralution ein

Ungewöhnlicher Deal: Die GEMA erwirbt eine Mehrheitsbeteiligung an Zebralution. Durch den Einstieg beim Digitaldienstleister will die Verwertungsgesellschaft ihre Position in den digitalen Wachstumsmärkten Musik, Podcast und Hörbuch stärken.

04.12.2019 08:00 • von
Schulterschluss im Digitalbereich: unter der Leitung ihres Vorstandsvorsitzenden Harald Heker (Mitte) übernimmt die GEMA einen Mehrheitsanteil an dem von Kurt Thielen (links) und Sascha Lazimbat geleiteten Digitaldienstleister Zebralution (Bild: Fotos: Franziska Sinn, Sebastian Linder, Camille Blake; Montage: MusikWoche)

Ungewöhnlicher Deal: Die GEMA erwirbt eine Mehrheitsbeteiligung an Zebralution. Durch den Einstieg beim Digitaldienstleister will die Verwertungsgesellschaft ihre Position in den digitalen Wachstumsmärkten Musik, Podcast und Hörbuch stärken.

"Mit der Beteiligung an Zebralution sichert sich die GEMA als eine der ersten Verwertungsgesellschaften weltweit die wirtschaftliche Teilhabe an einem Wachstumssegment im Musikmarkt", heißt es in einer Mitteilung aus München. Damit erweitere man das Leistungsportfolio der GEMA und entwickele die digitalen Dienstleistungen und Technologien weiter. Die Mehrheitsbeteiligung an Zebralution sei, nach der Gründung des Joint Ventures ICE und dem Ausbau digitaler Serviceangebote, nun der nächste strategische Schritt in Richtung Wachstum und Digitalisierung.

Zebralution soll dabei weiterhin als eigenständiges Unternehmen agieren, nun aber unter dem Dach der GEMA. Die bisherigen Eigentümer von Zebralution, Firmengründer Kurt Thielen sowie Christof Ellinghaus, Sascha Lazimbat und Konrad von Löhneysen, sollen dem Unternehmen als Gesellschafter verbunden bleiben. Kurt Thielen und Sascha Lazimbat bleiben zudem als Geschäftsführer von Zebralution an Bord. Im Frühjahr 2017 hatten die vier Gesellschafter den Digitaldienstleister nach zehn Jahren unter dem Dach der Warner Music Group aus dem Konzern herausgekauft.

"Mit der Beteiligung an Zebralution investiert die GEMA gezielt in ihre Zukunftsfähigkeit", streicht Harald Heker als Vorstandsvorsitzender der GEMA heraus. "Unsere Mitglieder können wir mit Zebralution künftig auch beim digitalen Vertrieb ihrer Musikwerke unterstützen. Dadurch steigern wir signifikant die Relevanz der GEMA im digitalen Musikmarkt."

So will die Verwertungsgesellschaft mit Hilfe von Zebralution für ihre Mitglieder "langfristig neue Erlösquellen" erschließen, wie Heker ausführt: "Über die GEMA und Zebralution können Musikschaffende künftig ihre Musik bei zahlreichen digitalen Musikanbietern veröffentlichen." Bei der GEMA habe man "volles Vertrauen in das dynamische und professionelle Team, das Zebralution zu einem international operierenden und profitabel wirtschaftenden Distributor digitaler Inhalte entwickelt hat", resümiert Harald Heker. "Wir freuen uns auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit",

Zebralution-Gründer und -Geschäftsführer Kurt Thielen bezeichnet die GEMA derweil als "den idealen, leistungsstarken Partner": "Dies ist auch ein Brückenschlag für Musikschaffende und Interpreten, verbunden mit dem gemeinsamen Ziel einer fairen Vergütung der Kreativen."

Teil des Deals ist auch die Mitte 2017 ins Leben gerufene und für die Vermarktung von Podcasts und Hörbüchern sowie weiteren Audio-Contents aktive Zebralution-Tochterfirma zebra-audio.net: "Die Bedeutung von Podcasts und Hörbüchern hat in den vergangenen Jahren massiv zugenommen", betont Sascha Lazimbat, ebenfalls Gründer und Geschäftsführer von Zebralution. "Audio als Content-Format ist ein Wachstumsmarkt, dessen enorme Möglichkeiten noch lange nicht ausgeschöpft sind."